Interesse an grünen und fairen Aktien steigt

Nachhaltige Geldanlagen sind Vermögensanlagen, die sozialen oder ökologischen Anliegen Rechnung tragen. Noch werden sie von Pensionskassen nicht allzu häufig nachgefragt. Doch das könnte sich nach dem Ja zur Abzocker-Initiative ändern.


Interesse an grünen und fairen Aktien steigt

2:01 min, aus SRF 4 News aktuell vom 21.12.2013

Nachhaltige Geldanlagen sind zwar ein viel diskutiertes Thema. Doch vom Volumen her spielen sie nach wie vor eine marginale Rolle.

Doch vielleicht nicht mehr lange. Insbesondere nach der Annahme der Abzocker-Initiative scheinen sich grosse Anleger wie die Pensionskassen zunehmend für nachhaltige Anlagen zu interessieren.

Tobias Jung ist Forschungsleiter bei der Ratingagentur inrate. Er berechnet, welche Auswirkungen die Produkte eines Unternehmens auf die Umwelt, auf die Gesellschaft und auf das Unternehmen selbst haben. Lange hätten sich nur besonders sensible Anleger für solcher Ratings interessiert. Doch nun zwinge die Abzocker-Initiative die Anleger – und damit die Pensionskassen –, ihr Stimmrecht wahrzunehmen.

Finanzchefs stellen höhere Anforderungen

Das heisst, die Vorsorgeeinrichtungen müssen sich mit ihren Anlagen und deren Nachhaltigkeit auseinandersetzen. «Der Druck auf die Pensionskassen ist gestiegen, genauer hinzuschauen. Und sie brauchen die entsprechenden Grundlagen, die ihnen zu helfen, die richtigen Entscheide zu treffen», sagt Forschungsleiter Jung.

Sonne scheint auf eine Solaranlage in Daillens in der Romandie, Schweizerfahne weht im Hintergrund.

Bildlegende: Pensionskassen legen vermehrt in Aktien von Unternehmen an, die nachhaltig produzieren. Keystone

Reiner Zweckoptimismus von einem der mit seinem eigenen «Nachhaltigkeitsrating» selbst eine solche Grundlage anbietet? Wohl nicht nur. Auch Peter Teuscher vom weltweit tätigen und auf Nachhaltigkeit spezialisierten Beratungsunternehmen BSD stellt nämlich fest, dass grosse Anleger wie die Pensionskassen vermehrt auf soziale und ökologische Verträglichkeit achten. Und dieser Trend bewirke etwas.

Vor allem bei den Finanzchefs der Unternehmen: «Die reagieren sehr sensibel auf diese Forderungen und bringen auch entsprechende Programme in ihre Unternehmen. Und je nach Anforderung der Pensionskasse sehen wir die Effekte dann schon.»

Anteil alternativer Anlagen erst bei fünf Prozent

Bei den Betroffenen möchte man nicht von einer Trendwende sprechen. Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands ASIP, stellt aber fest, dass Pensionskassen künftig abstimmen werden müssen – so will es die Abzocker-Initiative. «Sie werden die Stimmpflicht im Interesse der Versicherten wahrnehmen. Unter dem Aspekt sind nachhaltige Anlagen sicher ein interessantes Anlagegefäss.»

Ob Pensionskassen ihren Anteil alternativer Anlagen von bisher bloss fünf Prozent tatsächlich steigern werden, das zeigen die nächsten harten Zahlen zu dem Thema. Und diese erscheinen erst im kommenden Frühjahr.