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Wirtschaft Intervenierte die SNB erneut?

Banken deponieren mehr Geld bei der Schweizerischen Nationalbank. Dies, obwohl die Banken dafür keinen Zins erhalten, sondern Negativzins bezahlen müssen. In der vergangenen Woche sind die Giro-Guthaben um fast 18 Milliarden Franken gewachsen, auf 380 Milliarden Franken.

Sie SNB.
Legende: Hat die SNB eine Art inoffiziellen Mindestkurs für den Franken festgesetzt? Entsprechende Gerüchte machen die Runde. Reuters

Die Schweizerischen Nationalbank (SNB) dürfte trotz Aufhebung des Euro-Mindestkurses am Devisenmarkt intervenieren, um den Franken zu schwächen. Dies wird dieser Tage spekuliert. Auftrieb gibt dieser These die neueste Agenturmeldung: Die Giroguthaben der Banken bei der SNB steigen an.

So nahmen die Giroguthaben inländischer Banken in der vergangenen Woche um fast 18 Milliarden auf rund 383 Milliarden Franken zu, und das Total der Giroguthaben bei der SNB stieg um knapp 15 Milliarden auf 443 Milliarden Franken. Dies geht aus den von der SNB veröffentlichten Daten hervor.

Die SNB schweigt

Bereits in der Vorwoche waren Giroguthaben respektive Sichtguthaben stark angeschwollen, und zwar um je rund 26 Milliarden Franken. Die Entwicklung ist ein Indiz dafür, ob und wie stark die SNB im Devisenmarkt interveniert, um eine zu starke Franken-Aufwertung zu verhindern. Denn wenn die Notenbank Devisen kauft, wird der Gegenwert in Franken dem Konto der jeweiligen Bank gutgeschrieben.

Die SNB selbst gab zu den möglichen Interventionen am Markt keine Stellungnahme ab. Sie hat aber bereits bei der Aufhebung des Euro-Mindestkurses angekündigt, «bei Bedarf» am Devisenmarkt aktiv zu bleiben.

Legende: Video Arena: Wie weiter nach dem Ende des Euro-Mindestkurses der SNB? abspielen. Laufzeit 76:00 Minuten.
Aus Arena vom 16.01.2015.

Gerüchte um inoffiziellen Mindestkurs

In der Wochenendpresse war davon die Rede, dass die SNB nun mit einer Art inoffiziellen Mindestkurs operiere und den Eurowechselkurs in einen Korridor zwischen 1,05 bis 1,10 Franken bringen wolle.

Der Franken hat in den letzten Tagen zu den wichtigsten Währungen deutlich an Wert verloren. Momentan kostet ein Euro 1,05 Franken. Der US-Dollar wird für über 93 Rappen gehandelt.

12 Kommentare

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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Wem zum Teufel gehört dieses Geld der Nationalbank nochmal?! Richtig. Uns Steuerzahler. Ich bin entschieden dafür, dass dieser "Institution" gerichtlich verboten wird, auch nur noch einen € zu kaufen, um "unsere" Wirtschaft zu stützen. Wie sie es uns dankt, durften wir heute am "Verhalten" der Bank Bär sehen. Bin ich hier wirklich der einzige der die Nase gestrichen voll hat, über den Tisch gezogen zu werden? Genug ist genug!
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  • Kommentar von Felix Müller, Bern
    Laienanalyse: Die SNB bessert bei ihren Indikatoren laufend nach. So wurde kürzlich auch der Währungskursindex angepasst. Konkret wurde sozusagen der Anteil der importierten Wertschöpfung an der exportierten Wertschöpfung neu gewichtet. Nach dieser neuen Methode war der CHF weniger stark überbewertet. Gewinner sind die Multis, Verlierer die hier produzierenden Exporteure. SNB steht bekanntlich nicht für VWL-Bank. Während die Fed den Arbeitsmarkt im Fokus hat, versucht sich die SNB in Scholastik.
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    1. Antwort von M.Kaiser, Rebstein
      Herr Felix Müller , ihr Beitrag ist gut aber zu intellektuell abgefasst .
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  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Finger weg! Lasst den Euro abrauchen. Gewinnsicherung der heimischen Industrie auf Kosten unserer sich pulverisierenden Volksvermögen wie Pensionen (die Inflation folgt auf den Fuss, seid Euch gewiss!) ist eine Frechheit!
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