Zum Inhalt springen

Investition in den Tourismus Heimliche Retter der Schweizer Hotellerie

Die milliardenschwere Familie Bechtolsheimer investiert in Schweizer Hotels – und spricht erstmals im TV darüber.

Legende: Video Schweizer Hotellerie – Milliardärsfamilie investiert trotz Krise abspielen. Laufzeit 07:45 Minuten.
Aus ECO vom 04.12.2017.

Der Schweizer Bergtourismus ist seit Jahren rückläufig. Das Rezept der Bergbahnen und Hotels heisst: Preise senken oder investieren. Die Unternehmerfamilie Kipp-Bechtolsheimer aus Deutschland hat genügend Geld für Investitionen. Jüngstes Beispiel ist ein 50-Millionen-Franken-Neubau des Vier-Sterne-Hotels Valsana in Arosa, das in diesen Tagen eröffnet wird.

Eigennütziges Investment

Begonnen hat alles mit der Liebe zu den Bergen. Die Unternehmerfamilie verbringt ihre Ferien traditionell in Arosa. Daraus wurde in den letzten Jahrzehnten ein Investment in Schweizer Hotels, das geschätzte 300 Millionen Franken gross ist. Die Familie wird mittlerweile als einer der grössten privaten Hotelinvestoren der Schweiz bezeichnet. Mit seiner Tschuggen Hotelgruppe kaufte Patron Karl-Heinz Kipp fünf Hotels in der Schweiz, vorwiegend im Luxusbereich: In St. Moritz, Ascona und Arosa.

Der «Spiegel» schrieb einst, etwas despektierlich, Karl-Heinz Kipp pflege ein exklusives Hobby, Link öffnet in einem neuen Fenster: Er sammle Hotels. Der Unternehmer hatte zuvor mit seinen Massa-Warenhäusern ein Milliardenvermögen gemacht. Kipp verstarb im Oktober, im Alter von 93 Jahren.

Hotelliebe in dritter Generation

Inzwischen führt Kipps Tochter, Ursula Bechtolsheimer, das Unternehmen weiter. Der 39jährige Enkel, Götz Bechtolsheimer, betreut die grossen Immobilienbestände der Familie und ist für den Hotelneubau in Arosa mitverantwortlich. «ECO» traf Bechtolsheimer, der eigentlich in London lebt, kurz vor der Eröffnung – exklusiv. Die Unternehmerfamilie gilt als sehr medienscheu.

Legende: Video Götz Bechtolsheimer über seine Hotel-Liebe abspielen. Laufzeit 01:05 Minuten.
Aus ECO vom 05.12.2017.

Arosa sei für die Familie zur Heimat geworden – bereits in dritter Generation finde man immer wieder hierher zurück: «Die ganze Familie kommt jedes Jahr aus aller Welt in Arosa zusammen. Es macht Spass, hier etwas machen zu dürfen», sagt Götz Bechtolsheimer.

Corinne Denzler, Direktorin der Tschuggen Hotelgruppe, meint, die Schweiz tue gut daran, dass es Unternehmerfamilien gäbe, die an der Hotellerie «Freude haben, und die wissen, es ist jetzt nicht die gewinnträchtigste Branche aber trotzdem weiterhin investieren, damit wir nicht als Feriendestination von der Landkarte verschwinden.»

Es sei aber wichtig, zu betonen, dass die Hotelgruppe ein wirtschaftliches Unternehmen sei und nicht nur einfach Geld ausgeben wolle.

Geschicktes Finanzierungsmodell

Beim Neubau des Hotel Valsana in Arosa scheint man dies berücksichtigt zu haben. Die Anlage besteht nicht nur aus 40 Hotelzimmern und -appartments, sondern es wurden auch neun Eigentumswohnungen gebaut und verkauft.

Zudem hat die Tschuggen-Gruppe mit Coop einen soliden Mieter gefunden. Der Grossverteiler betreibt auf dem Hotel-Grundstück eine grössere Filiale. «Das gibt sicher eine bessere Rechnung, als wenn wir nur ein Hotel gebaut hätten», sagt Hoteldirektorin Corinne Denzler.

Tschuggen Hotelgruppe

Das Unternehmen beschäftigt 450 Angestellte. Zur Gruppe gehören das Tschuggen Grand Hotel und das Hotel Valsana in Arosa, das Carlton Hotel in St. Moritz sowie das Hotel Eden Roc und das Albergo Carcani, beide in Ascona. Die Familie Bechtolsheimer besitzt in der Schweiz neben den Hotels seit kurzem auch das «Gassmann-Haus» am Zürcher Paradeplatz.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Die Schweiz hat riesiges Potential im Tourismus, wegen ihrem Ruf in Asien. Wenn nur nicht immer alles klein klein sein müsste. Mal ein Gebiet richtig entwickeln, dafür andere Bergtäler ganz entvölkern lassen. Dann hätten sowohl Mensch als auch Natur etwas davon.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ohne grosszügige Umgebung kann kein Hotel hoch hinaus, so wie auch kein Restaurant ohne grossen Parkplatz florieren kann.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es ist wie bei den Restaurants in der Schweiz. Gut geführte Hotels +Restaurants sind voll ausgelastet, auch wenn sie von Schweizern geführt werden würden. Nur, sind wir Schweizer nicht mehr genügend motiviert, nett und freundliche. Der Grund dafür ist das liebe Geld. Von allen Seiten wird uns eingebläut, dass wenn eine Immobilie nicht die im Voraus erechnete Rendite ergibt, sich kein Aufwand lohnt. +die meisten scheinen das zu glauben, so wie man glaubt die Globalisierung sei nicht aufzuhalten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen