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Filialzwang sorgt für Unmut Italienische Regeln in Kraft – Protest aus dem Tessin

Legende: Audio Filialzwang in Kraft, Protest aus dem Tessin abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
01:47 min, aus HeuteMorgen vom 31.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schlechte Nachrichten für die Schweizer Banken: Nur noch Banken mit einer Filiale in Italien dürfen künftig unbeschränkt Geschäfte mit italienischen Kunden machen.
  • Seit letzter Woche sind die neuen italienischen Regeln in Kraft.
  • Das sorgt für Unmut in der Tessiner Bankenwelt.

Die Zeiten der grossen Geschäfte mit italienischem Schwarzgeld sind zwar vorbei, italienische Kunden aber bleiben wichtig für den Finanzplatz Tessin. Jetzt aber fürchtet der Direktor der Tessiner Bankiervereinigung, Franco Citterio, um das Italien-Geschäft.

Einmal mehr werde die Schweiz abgestraft, sagt Citterio: Banken aus der Schweiz und anderen Nicht-EU-Staaten müssen ab sofort eine Filiale eröffnen im Land, nur dann dürfen sie Italienerinnen und Italienern alle Bankgeschäfte anbieten.

Folgen für Banken klar negativ

Kleine Banken könnten sich eine Filiale in Italien kaum leisten, sagt Citterio. Grössere Banken wiederum müssten wohl Aufgaben und Stellen nach Italien verlagern. Die Folgen für die Banken seien klar negativ, sagt Citterio. Auch wenn noch nicht im Detail feststehe, welche Dienstleistungen genau betroffen seien.

Der italienische Filialzwang hatte sich seit Monaten abgezeichnet. Bereits im Juni baten Tessiner Nationalräte aus allen bürgerlichen Parteien den Bundesrat um Hilfe. Ein Filialzwang verstosse gegen die sogenannte «Roadmap» von 2015, kritisierten sie. Darin hatten sich Bern und Rom verpflichtet, ihre Finanzmärkte gegenseitig zu öffnen.

Was der Bundesrat konkret unternimmt, bleibt aber offen

Er werde sich im Dialog mit Italien weiterhin für die Einhaltung der Roadmap einsetzen, versicherte der Bundesrat Mitte Augst den besorgten Parlamentariern. Was der Bundesrat konkret unternimmt, – jetzt, da der Filialzwang in Kraft ist – bleibt aber offen. Auf Anfrage beim zuständigen Staatssekretariat für internationale Finanzfragen heisst es: «Kein Kommentar».

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Die Schweiz ist das was sie ist wegen unserem Dienstleistungssektor... selbst der Aermste unter den Armen in der CH ist besser financiell "Zwaeg" als 90% der Menschheit.. Unser Reichtum den verdanken WIR ALLE der Tatsache, dass wir Geld verwalten und das gut..Das Abzocke zu nennen ist verfehlt.. der Kunde bekommt ja was dafuer.. ein Nehmen und Geben.. und es unterhaelt die Wirtschaft.. Kreiert ARBEIT und LOEHNE.. ist DAS schlecht..?
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  • Kommentar von Steff Stemmer (Steff)
    Fertig Lustig mit Rosienen picken! Ist für mich absolut verständlich und nachvollziehbar, zum Einen will italien auf all das Schwarzgeld Zugriff haben oder es wenigstens kontrollieren können, zum Anderen kann Italien nur so an die rechtmässigen Steuern kommen. Eine weitere Überlegung ist sicherlich auch der Kampf gegen die Mafia, ist schon verlockend, schnell über die Grenze, ein paar Euro zu deponieren und dann wieder zurück ins Heimatland, mit leeren Händen, natürlich!
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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber (SeDem)
    "Die Zeiten der grossen Geschäfte mit italienischem Schwarzgeld sind zwar vorbei"..., aber die Italiener haben das jahrzehntelange Geschäftsgebaren der Tessiner Banken zu ihrem Nachteil eben nicht vergessen und wollen sich einen Zugriff auf diese Banken sichern, wenn es um Geschäfte mit Italienern geht. Das ist völlig normal. Von einer Abstrafung kann keine Rede sein – die Italiener ziehen einfach die Lehren aus der Vergangenheit. Das ist ihr gutes Recht.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Das Schwarzgeldgeschaeft ist nur umgegzogen und läuft wieder wie geschmiert. Pech gehabt... !
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