Japan bleibt auf seinen Gütern sitzen

Die japanische Wirtschaft kommt nicht vom Fleck. Dieser Eindruck wird durch die neusten Konjunkturdaten bestätigt. Demnach sind die japanischen Exporte im September erneut geschrumpft, bereits zum zwölften Mal in Folge. Das ist aber nicht nur eine schlechte Nachricht für das Land.

Container für China in einem Hafen Japans.

Bildlegende: Glück im Unglück: Die Exportzahlen sind zwar zurückgegangen, aber nicht so stark, wie befürchtet. Keystone

Die Zahlen sind eindrücklich. Die japanischen Exporte sind im September erneut geschrumpft, und zwar um knapp sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Unternehmen konnten vor allem deutlich weniger Waren nach China exportieren.

China ist Japans grösster Handelspartner. Doch weil die chinesische Wirtschaft derzeit schwächelt, kauft China auch weniger Produkte aus Japan ein.

Das «Reich der Mitte» ist aber nicht das einzige Sorgenkind der japanischen Exportindustrie. Auch die USA haben im September deutlich weniger Güter nachgefragt als noch vor einem Jahr. Die gute Nachricht ist, dass die japanischen Exporte unter dem Strich weniger stark geschrumpft sind als ursprünglich befürchtet. Experten haben ein Minus von fast elf Prozent erwartet. So gesehen ist das tatsächliche Minus von sieben Prozent auch eine positive Überraschung.


Die japanische Wirtschaft schwächelt

1:49 min, aus SRF 4 News aktuell vom 24.10.2016

Hoffen auf wachsende Weltwirtschaft

Optimistische Beobachter meinen denn auch bereits, einen ersten Hoffnungsschimmer zu erkennen. Einige verweisen beispielsweise auf die Industrie rund um den Globus. Dort ziehe das Geschäft an, das sei gut für die japanischen Exporteure, argumentieren sie.

Trotzdem wird deutlich: Japans Wirtschaft tut sich schwer. Die Notenbank in Tokio unternimmt zwar viel, um der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen, und pumpt Geld in die Wirtschaft, indem sie im grossen Stil Anleihen aufkauft, Monat für Monat.

Die Währungshüter hoffen, dass all das Geld in der Wirtschaft ankommt, dass Unternehmen wieder beginnen, in neue Fabriken, Produkte und Arbeitsplätze zu investieren. Doch dieser Plan ist bisher nicht oder nur ungenügend aufgegangen.