Japaner interessieren sich für Alstom

Die japanischen Konzerne Mitsubishi und Hitachi drängen auf den europäischen Markt. Zusammen mit Siemens wollen sie ein Kaufangebot für die Energiesparte von Alstom vorlegen. Mittlerweile hat sich auch die französische Regierung ins Übernahmegeplänkel eingeschaltet.

Im Gerangel um Alstom erhält Siemens immer mehr Hilfe aus Japan. Erst gestern hat Mitsubishi Heavy Industries Interesse bekundet. Heute bestätigt die Hitachi-Gruppe sich an einem Kaufangebot beteiligen zu wollen.

Silhouette von zwei Männern vor dem Alstom Logo

Bildlegende: Ist Alstom bald amerikanisch oder deutsch-japanisch? Immer mehr Unternehmen interessieren sich für den Industriekonzern. Reuters

Die beiden japanischen Unternehmen wollen eine Gemeinschaftsfirma gründen und zusammen mit Siemens die Energiesparte von Alstom übernehmen. Bis am Montag entscheiden die Unternehmen, ob sie dem französischen Konzern ein Angebot vorlegen.

Regierung nicht überzeugt

Auch die französische Regierung hat sich heute mit der Übernahme von Alstom beschäftigt. Sie will, dass die Interessenten bessere Angebote vorlegen. Es gebe aber «keine Präferenz» für einen der Bewerber.

Mitte Mai hat sich die Regierung von François Hollande per Dekret das letzte Wort bei der Fusion gesichert. Mit dem Gesetz kann sie ausländische Übernahmen von heimischen Firmen verhindern.

Seit Ende April liefern sich Siemens und die amerikanische General Electric (GE) ein Tauziehen um Alstom. GE hat 12,35 Milliarden Euro für den französischen Industriekonzern geboten. Die Regierung Hollande fürchtet sich vor einer Übernahme aus Übersee und strebt eine europäische Lösung an. Darum hat sie Siemens um Hilfe gebeten.

Stellen im Aargau betroffen

Vom Übernahme-Poker rund um den Energiekonzern Alstom ist auch die Alstom Schweiz AG mit Sitz in Baden betroffen. Alstom ist der grösste private Arbeitgeber im Kanton Aargau. Die Alstom Schweiz beschäftigt hier rund 6500 Leute. Bei einer Übernahme könnten rund 4000 Stellen gefährdet sein.