Jeden Monat werden hunderte Jugendliche ausgesteuert

Zwischen Januar und Juli verloren dieses Jahr jeden Monat im Durchschnitt 400 Jugendliche ihren Anspruch auf eine Arbeitslosenentschädigung – ohne einen Job gefunden zu haben. Der Anteil der ausgesteuerten 15- bis 24-Jährigen ist seit der Revision der Arbeitslosenversicherung deutlich gestiegen.

Ein arebitsloser Jugendlicher in einem Beratungsgespräch.

Bildlegende: Die Revision der Arbeitslosenversicherung verkürzte die Dauer der Anspruchsberechtigung bei Jugendlichen. Keystone

Knapp 20‘000 Personen verloren dieses Jahr zwischen Januar und Juli ihren Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, ohne wieder einen Job gefunden zu haben. 13 Prozent davon, also rund 2500, sind gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) 15- bis 24-Jährige. Damit werden also im Schnitt pro Monat 400 Jugendliche ausgesteuert.

In den letzten Jahren nahm der Anteil der Jugendlichen bei der Gesamtzahl der Ausgesteuerten zu: 2008 waren es gemäss Seco noch weniger als 9 Prozent gewesen.

Kürzere Versicherungsdauer seit Gesetzesrevision

Dass mehr Jugendliche aus der Arbeitslosenversicherung herausfallen, liegt an der letzten Gesetzesrevision von 2011. Diese hatte zum Ziel, die Arbeitslosenversicherung zu sanieren. Als Sparmassnahmen wurden unter anderem die Anspruchsberechtigungen für Jugendliche verschärft.

Seither gilt: Wer sein Studium abschliesst und keinen Job findet, erhält noch vier Monate Geld aus der Arbeitslosenversicherung. Vor 2011 erhielten Jugendliche und junge Erwachsene zwölf Monate eine Arbeitslosenentschädigung ohne vorab in die Kasse einbezahlt zu haben.

Seit 2011 haben Jugendliche, die mindestens ein Jahr in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt haben, aber unter 25-jährig sind und keine Unterhaltspflichten haben, Anspruch auf 200 Taggelder. Davor umfasste die Anspruchsberechtigung 400 Taggelder.