Media Markt Schweiz «Jeder Schweizer Haushalt besitzt schon 2,3 Fernseher»

Der Elektronikhändler will im gesättigten Markt seine Strategie anpassen.

Media Markt hat 2016 im Vergleich zu 2009 ein Drittel weniger Umsatz gemacht. Nun reagiert das Unternehmen mit Sitz im deutschen Ingolstadt und passt seine Strategie an. Der Elektronikhändler will zukünftig kleine Filialen betreiben, dafür das Netz ausbauen.

Karsten Sommer, Geschäftsführer von Media Markt Schweiz, nimmt zur Wende Stellung.

SRF News: Hat man in den vergangenen Jahren mit der Expansion eine falsche Strategie gewählt?

Karsten Sommer: Nein, wir werden weiter expandieren, dabei aber die Formate ändern. Die Kundschaft ist immer weniger bereit, weit zu fahren. Wir müssen also näher am Kunden sein. Deshalb haben wir auch schon neue Standorte ausprobiert – mit kleinerer Fläche. Kleine Fläche bedeutet bei uns aber immer noch circa 1000 Quadratmeter.

Diese grossflächigen Geschäfte waren ein Markenzeichen, sind diese Ladenkonzepte nun antiquiert?

Nein, es braucht weiterhin grosse Geschäfte. Die Fernsehbildschirme werden zum Beispiel immer grösser, da braucht es Platz um diese zu zeigen. Die ganz grossen Läden, mit 7000 oder 8000 Quadratmeter, wird es in Zukunft aber wahrscheinlich nicht mehr geben.

Es gibt einen grossen Rückgang, ist der Markt gesättigt?

Die Sättigung spielt eine grosse Rolle. Untersuchungen haben gezeigt, dass jeder Schweizer Haushalt im Durchschnitt 2,3 Fernseher besitzt. Dann wird es natürlich schwierig hier einen neuen zu verkaufen. Allerdings gibt es mit den neuen Technologien auch einen Nachholbedarf. Ich gehe davon aus, dass sich der Mark wieder erholt.

In den vergangenen Jahren drängten viele Online-Mitbewerber in den Markt. Hat man den frühen Moment für den Online-Markt verpasst?

Darüber könnte man lange philosophieren. Fakt ist, dass wir mittlerweile einen signifikanten Anteil unseres Umsatzes online erwirtschaften. Ich denke unsere Kombination mit stationären Märkten und online ist aussergewöhnlich gut.

Wie wird die Zukunft aussehen?

Momentan erwirtschaften wir rund zehn Prozent unseres Umsatzes online. In Zukunft wird sich dies aber sicher auch bei uns bei rund 15 bis 18 Prozent einpendeln.

Das Gespräch führte Matthias Heim.