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Wirtschaft Jordan: «Franken ist immer noch deutlich überbewertet»

SNB-Präsident Thomas Jordan erwartet eine weitere Abschwächung des Schweizer Frankens. Dafür dürften das Zusammenspiel von Negativ-Zinsen und allfälligen weiteren Interventionen am Devisennarkt sorgen. Dies sagte Jordan bei einem Treffen der Notenbanker in den USA.

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, hat am Treffen der Notenbanker in Jackson Hole die anhaltende Negativteuerung in der Schweiz verteidigt. Zugleich kritisierte er allzu kurzfristige Strategien. Für den Schweizer Franken erwartet Jordan eine weitere Abwertung. Wenn nötig werde die SNB am Devisenmarkt intervenieren.

Legende: Video «Negativzinsen machen sich langsam bemerkbar» abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.08.2015.

Zu den Verbraucherpreisen, die im Juli auf den tiefsten Stand seit 2007 gefallen waren, sagte Jordan, negative Teuerungsraten könnten bei stark anziehenden Währungen nicht immer vermieden werden. Mittelfristig dürfte die Geldpolitik seiner Ansicht nach aber Preisstabilität sicherstellen können. In der Schweiz lag die Jahresteuerung zuletzt (Juli) bei -1,3%, nachdem es im letzten Dezember – also kurz vor Aufhebung des Euro-Mindestkurses noch lediglich -0,3% gewesen waren.

Jordan bekräftigte in seinen Bemerkungen die seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar geltende Geldpolitik der SNB: Mit dem Negativzins auf Sichtguthaben von minus 0,75% und nötigenfalls mit Devisenmarktinterventionen würden Frankenanlagen weniger attraktiv gemacht werden, so dass sich die hiesige – noch immer deutlich überbewertete – Währung über die Zeit abschwächen sollte.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Die Aufgabe sich als oberster Hüter des überbewerteten Schweizer Frankens zu äußern ist in jedem Fall eine undankbare Aufgabe,um die ich Herrn Jordan nicht beneide.Die Wirtschaft und das Volk hofft,vertraut auf seine Professionalität und eine sorgfältige Retorik,denn unser aller Wohl hängt von seiner Handlungsweise ab.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Manchmal möchte ich auch einfach nur SNB-Präsidentin sein und ab zu sagen können, ob der Franken jetzt gerade unter- oder überbewertet ist. Und dabei auch ziemlich gut verdienen. Aber nein, auch diese "Rolle" könnte ich nicht aushalten und durchziehen. Und würde wohl immer wieder aus der Rolle fallen. Also sollen das Leute machen, denen das besser ergeht darin.
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