Kaba und Dorma tauschen Schlüssel

Die Schlüsseltechnik-Konzerne Kaba mit Sitz im zürcherischen Rümlang und das deutsche Unternehmen Dorma schliessen sich zusammen. Mit der Fusion entsteht ein Unternehmen, das weltweit zu den Top 3 der Branche gehört.

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Kaba und Dorma schliessen sich zusammen

0:53 min, aus Tagesschau am Mittag vom 30.4.2015

Der Schliesstechnik-Konzern Kaba will mit der deutschen Dorma zusammengehen. Aus der Fusion der ähnlich grossen Firmen soll ein Unternehmen hervorgehen, das mit rund 2,2 Milliarden Franken Umsatz und einer Präsenz in über 50 Ländern zur weltweiten Top 3 der Branche gehört.

Die Vereinbarung zur Fusion sei am Mittwochabend unterschrieben worden, teilten die Unternehmen mit. Eine ausserordentliche Generalversammlung am 22. Mai muss auf Seiten Kaba den Zusammenschluss noch genehmigen. Dorma befindet sich im Eigentum der Familie Mankel/Brecht-Bergen.

Die beiden Unternehmen vereinigen sich als ungefähr gleich starke Partner. Am kombinierten Geschäft soll Kaba 52,5 Prozent halten, die Dorma-Besitzerfamilie 47,5 Prozent. Die Dorma-Besitzerfamilie werde sich zuvor mit 178 Millionen Franken in Kaba einbringen und dafür einen rund 9-prozentigen Anteil erhalten. Abgeschlossen werden soll die Transaktion im dritten Quartal 2015.

Familien als Ankeraktionäre

Die beiden Familienaktionäre, die an der neuen Holding 27,3 Prozent der Anteile halten werden, bezeichnen sich als «starke, langfristig ausgerichtete Ankeraktionäre». Sie seien über einen langfristigen Poolvertrag aneinander gebunden, der ein gegenseitiges Vorkaufsrecht enthalte, hiess es.

Als Präsident des Verwaltungsrats ist der bisherige Kaba-Präsident Ulrich Graf vorgesehen. Konzernchef soll Kaba-CEO Riet Cadonau werden.

Dorma bietet Zugangslösungen und die dazu gehörenden Serviceleistungen an und ist nach eigenen Angaben ein globaler Marktführer in der Automatik-, Glasbeschlags- und Türschliesstechnik. Kaba ist nach eigenen Angaben ein weltweit führender Anbieter für Zutrittskontrolle, Betriebsdatenerfassung und Schlüsselsysteme.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Die Kaba-Aktionäre müssen der Fusion noch zustimmen, an der ao. GV in drei Wochen.  Die Reaktion der Börse kann als Einverständnis gedeutet werden: Die Kaba-Aktie stieg zeitweilig um 18 Prozent.

    Kaba und Dorma - schweizerisch-deutsche Schlüsselhochzeit

    Aus Rendez-vous vom 30.4.2015

    Der Schliesstechnikkonzern Kaba will mit der deutschen Dorma zusammengehen und so die globale Nummer Drei werden. Nach einer Fusion würde das neue Unternehmen 16'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen und in 50 Ländern präsent sein.

    Anna Lemmenmeier