Käsebranche fürchtet Ukraine-Konflikt

Schweizer Käse ist zwar lecker, doch im Vergleich zum Käse aus der EU teuer. Damit nicht genug steigt nun auch noch der Preisdruck. Denn Russland importiert keinen EU-Käse mehr. Das hat auch Auswirkungen auf Schweizer Käsehersteller.

Ein Käser bei der Arbeit

Bildlegende: Schweizer Käse: lecker, aber teuer. Keystone

Die Schweizer Milch- und Käsebranche hat Angst. Sie befürchtet, dass billigerer Käse aus der Europäischen Union den Schweizer Käsepreis unter Druck setzen könnte.

Der Grund: Als Gegensanktion zu den Massnahmen der EU boykottiert Russland seit Anfang August 2014 EU-Agrarprodukte, darunter Käse, welcher nun auf neue Abnehmer wartet.

Typische Schweizer Käse weniger betroffen

«Ich gehe davon aus, dass vor allem Käsesorten betroffen sind, die weiterverarbeitet werden», sagt Hans Aschwanden, Präsident des Verbandes der Schweizer Käsemeister, in Radio SRF.

Hart treffen würde es beispielsweise Schweizer Mozzarella, der auf der Tiefkühlpizza landet. Vor allem solcher Industriekäse, der in anderen Produkten versteckt ist, reagiere stark auf Preisdruck, so Aschwanden. Industriekäse mache etwa 20 Prozent der Schweizer Käse-Produktion aus.

Die übrigen Käse wie Gruyère oder Vacherin wären dem Preisdruck wohl etwas weniger ausgesetzt. Denn diese könnten nicht einfach so durch ausländische Produkte ersetzt werden. Doch gäbe es zu viel Käse auf dem Markt, spürten das früher oder später alle Käsesorten, so der Präsident des Verbandes.

Russen kaufen lieber billigen Käse

Die Milch- und Käsebranche war schon vor den Sanktionen Russlands beunruhigt. Denn der Preisdruck stieg bereits, als der Käse-Markt 2001 für EU-Produkte schrittweise geöffnet wurde. Hinzu kommt nun aber auch, dass in den letzten Monaten erstmals mehr Käse importiert als exportiert wurde.

«Da muss man sich schon etwas Sorgen machen», sagt Stefan Kohler von der Branchenorganisation Milch. Im ersten Halbjahr 2014 sind laut Kohler 25 bis 30 Prozent EU-Käse nach Russland exportiert worden. «Wenn nun dieser Markt nicht mehr bedient wird, muss sich dieser Käse neue Märkte suchen. Da ist dann auch die Schweiz gefragt», sagt Kohler.

Auf der anderen Seite sei es sehr schwierig, Schweizer Käse nach Russland zu exportieren. «Russland ist sich gewöhnt, sehr billigen Käse zu kaufen. Da werden in der Schweiz wahrscheinlich keine Bäume in den Himmel wachsen.»