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Kampf gegen Korruption Hilfswerk fordert mehr Transparenz im globalen Rohstoffhandel

  • Die Entwicklungsorganisation Swissaid hat eine Petition für mehr Transparenz im Rohstoffhandel zuhanden des Nationalrats lanciert.
  • Diese fordert, dass Schweizer Rohstoffunternehmen ihre Zahlungen an staatliche Stellen im Ausland offenlegen sollen. Damit könnten die Firmen einen Beitrag zum Kampf gegen Korruption und Armut leisten.
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Legende: In den Rohstoffminen des Planeten – wie hier in Kolumbien – gewinnen Unternehmen wertvolle Rohstoffe. Keystone

Die Schweiz sei einer der wichtigsten Rohstoffhandelsplätze der Welt, ruft Swissaid in Erinnerung. Viele Grössen der Branche, wie Glencore, Vitol oder Mercuria, hätten hierzulande ihren Hauptsitz. Doch in Sachen Regulierung hinke die Schweiz hinterher.

Denn die Rohstofffirmen müssten ihre Zahlungen an staatliche Stellen im Ausland nicht offenlegen – obwohl die meisten gehandelten Rohstoffe aus Entwicklungsländern stammten, die sich «nicht als Rechtsstaat bezeichnen lassen».

Millionen könnten der Armut entfliehen

Diese Intransparenz sei Ursache von Korruption und Armut, denn die Bevölkerung vor Ort wisse nicht, was mit dem Rohstoffreichtum ihres Landes geschehe. Würden die Erlöse in Entwicklungsländern der lokalen Zivilbevölkerung zu Gute kommen, könnten laut Berechnungen des McKinsey Global Institute weltweit 540 Millionen Menschen den Sprung aus der Armut schaffen.

Gewisse Rohstoffhändler wie Trafigura und Gunvor würden ihre Zahlungen an Regierungen bereits publizieren, schreibt Swissaid. Die Konzerne zeigten damit, dass Transparenz ohne wirtschaftliche Nachteile durchaus möglich sei.

Um auf das Problem der Korruption aufmerksam zu machen und eine Offenlegung der Geldflüsse zu fordern, hat Swissaid eine Petition an den Nationalrat lanciert. Die Organisation fordert von den Parlamentariern, in der Sommersession einen «Anti-Korruptions-Artikel» im Aktienrecht zu verankern.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Selbstverständlich ist die Forderung nach Transparenz bei den mächtigen " der Welt-Wirtschaft- und Industrien" notwendig, damit die skrupellose Ausbeutung von: NATUR und MENSCH endlich gestoppt werden kann, durch Gesetze, welche die verantwortlichen Regierungen längst erlassen "müssten"!! Allein die unermessliche, charakterlose Habgier, verhindert eine entsprechende, weltweit faire verantwortungsvolle Wirtschafts-Politik!! Die Habgier ist auch bei "Bossen" von Hilfswerken zu verzeichnen....!!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Das ist notwendig - jedoch geht es primär bei allen "Mächtigen" dieser Welt, um Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein- Übernahme gegenüber: NATUR, TIER und MENSCHEN! Transparenz und Anstand, würde man sich als "Mensch" dieser Welt jedoch auch bei den verschiedenen "Hilfswerken" wünschen, wo sich die "Leitungspersonen" unverschämte "Saläre" - von Spendengeldern/Subventionen - auszahlen lassen!?? Transparenz und Anstand!!
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    In diesem Zusammenhang kann ich mir dem Motto vom Centre Europe Tiers Monde in Genf nur anschliessen: "Il n’y a pas un monde développé et un monde sous-développé mais un seul monde maldéveloppé ».
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