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Kassenloser Supermarkt Braucht es bald keine Kassierer mehr?

«Amazon Go» – der Shop ohne Kassen. Das neue Geschäft des US-Onlineriesen ist eine Herausforderung für die traditionellen Supermärkte.

Legende: Video Die Zukunft des Einkaufens abspielen. Laufzeit 4:39 Minuten.
Aus 10vor10 vom 25.01.2018.

Der Internet-Grosshändler Amazon wagt sich mit dem Laden «Amazon Go» in ein neues Geschäftsfeld vor: den Detailhandel mit Nahrungsmitteln. Das erste Geschäft ohne Kassen und Kassierer wurde am Montag in Seattle im US-Bundesstaat Washington eröffnet.

Die Kunden können sich die gewünschten Waren in die Taschen füllen und den Laden dann einfach verlassen, ohne an einer Kasse Schlange zu stehen. Ermöglicht wird dies durch ausgefeilte Technologie.

Um den Laden mit dem Namen «Amazon Go» betreten zu können, müssen die Kunden über ein Amazon-Konto verfügen und die App von «Amazon Go» auf ihr Smartphone heruntergeladen haben. Mit der App öffnen sie die Zugangssperre am Eingang des Geschäfts, danach können sie ihr Smartphone aber wegstecken.

Denn innerhalb des 170 Quadratmeter grossen Ladens sorgen Kameras, Sensoren und künstliche Intelligenz dafür, dass die Warenbewegungen genauestens überwacht werden. Die Produkte werden so automatisch zum virtuellen Einkaufskorb auf dem Amazon-Konto des Kunden hinzugefügt, wenn sie aus dem Regal genommen werden. Legt der Kunde die Produkte wieder zurück, verschwinden sie automatisch wieder aus diesem Korb.

Am Ende des Einkaufs kann der Kunde einfach aus dem Laden spazieren. Wenig später wird der Einkauf von seinem Amazon-Konto abgezogen. Die Rechnung wird ih zugeschickt.

Die Einkäufe selber scannen und an der Selbstbedienungskasse bezahlen, das macht heute bereits jeder fünfte Kunde bei Coop – und jede vierter Kunde in der Migros. Noch können die Kunden aber wählen.

Kassenlose Selbstbedienungsläden werde es bald auch in der Schweiz geben, ist Karin Frick überzeugt. Sie ist Forschungsleiterin am Gottlieb-Duttweiler-Institut und beobachtet den technologischen Wandel genau.

Gewerkschaft fordert Recht auf Umschulung

Sie rechnet damit, dass solche Angebote auch bald in der Schweiz zu finden sind. «Die technischen Voraussetzungen sind bereits vorhanden. Der Händler kann die Kosten senken, für den Kunden wird das Einkaufen bequemer.»

Doch was passiert mit den Angestellten im Detailhandel? Seit Jahren sinkt die Zahl der Angestellten langsam aber stetig. Vania Alleva von der Gewerkschaft Unia befürchtet, dass viele Stellen verloren gehen – wenn mit den Kassen auch die Kassiererinnen überflüssig werden. Sie fordert deshalb, dass die Unternehmen in die Weiterbildung und Umschulung der Beschäftigten investieren. Ansonsten sei mit einem Stellenabbau zu rechnen.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Armin Hug (Hugi)
    Ein Grossteil dieser Kassenangestellten dürfte Mühe bekunden, einen anderen Job zu finden. Solange ich kann, werde ich die bedienten Kassen benutzen. NB: geht jemand davon aus, dass die Einsparungen an den Kunden weitergegeben werden? Oder kriege ich einen Rabatt, wenn ich selbst die Abrechnung erstelle....
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Darauf läuft es hinaus, was nun zB. mit einer 30-jährigen Teilzeitangestellten...?, ohne Berufsabschluss und zwei Kindern, und auch noch als Alleinerziehende. Da ist der Fall rasch mal klar sichtlich wohin die Reise geht.
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  • Kommentar von Monika Hauser (Moni H.)
    Super, da freuen sich die grossen Märkte, noch mehr Kundschaft, noch mehr Gewinne!! Was ist mit dem Personal? Bekommen die etwas ab vom Gewinn oder müssen sie aufs Arbeitsamt? Die Politik sollte nun endlich eine Computer-Steuer zur Finanzierung der AHV , ALV , bedingungsloses Grundeinkommen, und staatlich finanzierte Umschulung einführen und nicht zweckentfremden. Aufruf für eine Computersteuer und e-commerce - Steuer.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Das Personal ist ein Kostenfaktor. Kosten muessen laufend gesenkt werden, oder man ist betriebswirtschaftlich plötzlich nicht mehr überlebensfähig. 3x raten was das heisst...!
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Und in jedem Preisschild sind seltene Erden verbaut, weil da ein NFC-Tag dranheftet, und es landet im Abfall. Was für ein Ressourcenverschleiss, wie pervers ist das eigentlich! Und auch hier gilt: NAchdenken über eine Automatisierungssteuer ist dringend erforderlich, ansonsten bricht unser Gemeinwesen mangels Steuereinnahmen und danke Sozialbezügerwachstum bald komplett zusammen. Dann ist es auch mit den Gewinnen der Reichen und Shcönen vorbei...
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