Zum Inhalt springen

Wirtschaft «Kein Grund mehr, Steuer-CDs zu kaufen»

Am 1. Januar tritt der automatische Informationsaustausch für die Schweiz in Kraft. Für Norbert Walter-Borjans, Finanzminister von Nordrhein-Westfalen Grund, künftig keine gestohlenen Steuer-CDs zu kaufen. Diese könnten «keine werthaltigen Angebote» mehr sein, sollte der Austausch funktionieren.

Legende: Video Automatischer Informationsaustausch tritt in Kraft abspielen. Laufzeit 4:31 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.12.2016.

Norbert Walter-Borjans, Finanzminister des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, kündigt an, künftig keine Steuer-CDs mehr zu kaufen. Grund dafür ist der automatische Informationsaustausch (AIA), der für die Schweiz ab 1. Januar 2017 in Kraft tritt. Ab dann müssen die Schweizer Banken einmal im Jahr Daten über Kontostand und Kapitalerträgen von im Ausland steuerpflichtigen Kunden an 37 Länder weiterleiten, darunter an alle EU-Mitgliedstaaten.

Nichts Wissenswertes mehr auf der CD

Ab 2018 kommen 21 weitere Staaten hinzu. «Wenn der automatische Informationsaustausch kommt und auch ein automatischer Informationsaustausch ist», so Walter-Borjans zu 10vor10, «dann kann eigentlich auf einer CD nichts mehr Wissenswertes draufstehen.» Sollte auf CDs dennoch was stehen, dann sei das «ein Zeichen, dass der automatische Informationsaustausch offenbar lückenhaft ist.» Wenn der AIA aber funktioniere, dann könne es nur noch «nicht-werthaltige Angebote» von Steuer-CDs geben.

Todesstoss für das Bankgeheimnis

In den vergangenen Jahren hat Nordrhein-Westfalen Schweizer Banken wegen «Beihilfe zur Steuerhinterziehung» mit Geldstrafen von insgesamt 716 Millionen Euro belegt. Für Steuer-CDs bezahlte das Bundesland bis zu fünf Millionen Euro.

Der AIA ist der Todesstoss für das Bankgeheimnis, an dem die Schweiz jahrelang und trotz internationalen Drucks eisern festgehalten hat. Pascal Saint-Amans, OECD-Steuerdirektor, freut sich: «Wenn Sie morgen Steuern hinterziehen wollen, müssen Sie sich mit Kriminellen vereinen. Mit Geldwäschern, Drogenhändlern, Menschenhändlern, Waffenhändler – ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand mit diesen Kriminellen vermengt werden will, nur um Steuern zu hinterziehen.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Ein Stumpfsinn mehr aus der Politik!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Armin Spreter (aspre)
    Ein funktionierendes Staatsgebilde kann auf Steuereinnahmen nicht verzichten. Ob die Steuereinnahmen nun verantwortungsvoll und adäquat ausgegeben und verwaltet werden, steht auf einem ganz anderen Blatt. Verbirgt ein Steuerpflichtiger gesetzlich vogesehene Abgaben auf Kapitaleinkünfte, so macht er sich im Prinzip des Betrugs an der Allgemeinheit schuldig. Die Frage ist, ob sich ein Drittstaat, der die o.g.Kapitaleinkünfte in anonymen Gewahrsam nimmt, sich nicht der Hehlerei schuldig macht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Walter Mathys (wmathy)
    Was dieser Herr Nobert Walter-Borjans getan hat ist auch krmimell und verwerflich. Aber als Angestellter des Staates kann man ja alles tun mit der Rechtfertigung: Wir machen das um die Ehrlichen Steuerzahler zu schützen. Aber bitte mit rechstaatlichen Mitteln Herr Borjans!!! Somit sind Sie kriminell,oder?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen