Keine Abkehr vom Euro-Mindestkurs

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält am Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken unverändert fest. Entsprechend bleibt der Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent. Für 2015 rechnet sie mit einem Wachstum der Schweizer Wirtschaft von rund 2 Prozent.

Der Sitz der Schweizerischen Nationalbank spiegelt sich im Wasser.

Bildlegende: Der Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken bleibt im Trockenen. Keystone/archiv

Im September 2011 führte die Schweizerische Nationalbank zum Schutz der Schweizer Wirtschaft einen Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken ein – und sie will weiter daran festhalten, wie sie selbst mitteilte. Entsprechend belässt sie den Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent.

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SNB hält an Mindestkurs fest

1:18 min, aus Tagesschau am Mittag vom 11.12.2014

Nach Ansicht der SNB ist der Franken nach wie vor hoch bewertet, und die Deflationsrisiken hätten nochmals zugenommen. Für das laufende Jahr rechnen die Schweizer Währungshüter mit im Durchschnitt unveränderten Konsumentenpreisen.

Für 2015 senkten sie die Teuerungsprognose gar von +0,2 auf -0,1 Prozent. Auch 2016 sieht die SNB einen leicht geringeren Preisauftrieb von 0,3 Prozent, nachdem sie im September noch von 0,5 Prozent ausgegangen war.

SNB für weitere Massnahmen offen

Der Mindestkurs bleibe das zentrale Instrument, um eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen zu verhindern, bekräftigte die SNB. Sie werde ihn weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen und sei bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Auch sei sie bereit, bei Bedarf unverzüglich weitere Massnahmen zu ergreifen.

Für 2015 rechnen die Währungshüter mit einem Wirtschaftswachstum von 2 Prozent. Die SNB zeigt sich damit für die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes (BIP) im Vergleich zu anderen Konjunkturauguren eher optimistisch. Für das laufenden Jahr rechnet sie mit einem Wachstum von 1,5 bis 2 Prozent. Im September hatte sie die BIP-Prognose noch von rund 2 auf knapp 1,5 Prozent gesenkt.

Bei Bedarf werde die SNB unverzüglich weitere Massnahmen ergreifen, erklärte SRF-Wirtschaftsredaktor Samuel Emch. Wenn die EZB ihre Geldpolitik weiter lockere, dann drücke das auf den Euro und gleichzeitig würde das eine Aufwertung des Schweizer Frankens sein. «Genau das will die SNB verhindern und das würde heissen, dass die SNB andere Währungen aufkaufen müsste, was den Schweizer Franken wiederum billiger machen würde.»

Euro fällt

Der Euro stürzte unmittelbar nach der Entscheidung auf 1.2014 Fr. ab. Er blieb dann zunächst unter 1.2020 Franken. Davor hatte die Gemeinschaftswährung zwischen 1,2028 und 1.2038 Fr. geschwankt.

Seit Mitte November pendelte der Euro um die Marke von 1.2020 Franken. Auch nach dem wuchtigen Nein des Stimmvolkes zur Goldinitiative, welche die Geldpolitik der SNB eingeschränkt hätte, blieb die Gemeinschaftswährung nahe beim Mindestkurs.

Grund für die neuerliche Euro-Schwäche sind die Ankündigungen der Europäischen Zentralbank (EZB), sie prüfe im Kampf gegen eine mögliche Deflation eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Dabei stehen auch erstmals Käufe von Staatsanleihen zur Debatte.