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Auslaufmodell Einkaufscenter Keiner will ins Shoppingparadies

Legende: Audio Thomas Hochreutener zu den Problemen neuer Shoppingcenter abspielen. Laufzeit 2:14 Minuten.
2:14 min, aus HeuteMorgen vom 02.05.2017.
  • Das Aarauer Stadion soll neu konzipiert werden: Die geplante Mantelnutzung mit Shoppingcenter sei unrentabel, so die Bauherrin.
  • Detailhandelsexperte Thomas Hochreutener bestätigt: Die Nachfrage nach Shoppingcentern ist rasant geschrumpft.
  • Durch den Onlinehandel und Einkaufstourismus im grenznahen Ausland geht die Verkaufsfläche in der Schweiz zurück.

Gestern mussten Fans des FC Aarau leer schlucken: Zurück auf Feld 1 beim neuen Stadion. Das eigentlich bewilligte Bauprojekt wird noch einmal komplett überarbeitet. Der Grund dafür: Das geplante Einkaufszentrum, mit dem das Stadion querfinanziert werden sollte, könne kaum rentabel betrieben werden – sagt die Bauherrin.

Für Thomas Hochreutener, Detailhandelsexperte beim Forschungsinstitut GfK, kommt der Marschstopp nicht überraschend: «Seit Jahren sagen wir, dass es genügend Shoppingcenter in der Schweiz gibt.» Früher sei die Baugenehmigung der Knackpunkt gewesen, heute gehe es darum, genügend Mieter zu finden.

Die aktuellen Trends sprechen gegen den Bau neuer Einkaufscenter, sagt Hochreutener: «Die Umsätze im Online-Handel nehmen ständig zu, auch die Einkäufe im Ausland sind angewachsen.» In den letzten zwei Jahren sei der Detailhandel um rund vier Milliarden Franken geschrumpft.

Flurbereinigung im Detailhandel

Das veränderte Kaufverhalten von Herr und Frau Schweizer hat Folgen: «Im Modebereich wurde in den letzten zehn, zwanzig Jahren nur expandiert. Dort ist nun eine Verkaufsstellenbereinigung im Gang.»

Doch das «Lädelisterben» dürfte weiter ausgreifen, prognostiziert Hochreutener: «Von der Bekleidung über Elektronik, Haushaltsdarf bis zur Gärtnerei.» Trotz rückläufiger Märkte und Nachfrage: Das Ende der Shoppingcenter will der Detailsexperte nicht verkünden: «Wenn sie an einer Top-Lage gebaut werden, kann das immer noch funktionieren.»

Thomas Hochreutener

Thomas Hochreutener

Der Detailhandelsexperte ist für das Marktforschungsinstitut GfK in Hergiswil NW tätig. GfK ist nach eigenen Angaben das grösste Marktforschungsinstitut in der Schweiz. Es wurde 1959 als Institut für Haushaltsanalysen gegründet und ist seit 1999 Teil der deutschen GfK-Gruppe in Nürnberg.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Helmut Meier (Helmi)
    Muss ich da jetzt Bedauern haben? Zuerst zerstören diese Discounter unsere Dorfläden, danach sprechen sie sich gegenseitig ab um die Preise auf sehr hohem Niveau zu halten. Verlangen von ihren Lieferanten Waren unter dem Weltmarktpreis in makelloser Qualität und sind dennoch doppelt so teuer. Was denkt ihr, wie lange lässt sich der Konsument „verarschen“?
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  • Kommentar von Oliver Schmid (Oliver Schmid)
    In den USA gehen in den grossen Shoppingcentren die grössten Mieter wie Macy's, Sears etc gleich reihenweise zu, da immer mehr Leute nur noch online bestellen. Das wir bei uns in ein paar Jahren auch soweit sein.
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