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Wirtschaft Klage der US-Justiz könnte VW Milliarden kosten

Viel schlechter hätte das neue Jahr für Volkswagen nicht beginnen können: Die US-Justiz deckt den Autokonzern aus Deutschland mit einer Milliardenklage ein. Damit geht der Abgas-Skandal, der VW seit letztem September in die grösste Krise der Firmengeschichte gestürzt hat, in eine neue Runde.

VW-Fahrzeug auf Prüfstand.
Legende: Auf dem Prüfstand – und vor dem Richter: Für VW wird es ungemütlich. Keystone

Das US-Justizministerium hat seine Zivilklage gegen VW bei einem Gericht in der Autostadt Detroit eingereicht. Der Vorwurf ist bekannt: Der Volkswagenkonzern habe bei verschiedenen Dieselmodellen der Marken VW, Audi und Porsche die Abgaskontroll-Software manipuliert und so die Luft stärker verschmutzt als erlaubt.

In der Klageschrift ist von 600'000 Fahrzeugen die Rede. Ein VW-Sprecher erklärte, man kenne die Klageschrift noch nicht im Detail und werde sie zunächst prüfen. Da Volkswagen die Manipulationen bereits zugegeben hat, wenn auch nur nach und nach, ist ein Sieg vor Gericht so gut wie ausgeschlossen.

Prozess könnte VW Milliarden kosten

Beim Zivilprozess muss nämlich – anders als bei einem Strafprozess – weder Fahrlässigkeit noch Vorsatz bewiesen werden, sondern lediglich, dass die Manipulationen stattgefunden haben. Volkswagen wird deshalb versuchen, mit den US-Behörden in den nächsten Monaten einen Vergleich aushandeln, um auf diesem Wege die finanzielle Abgeltung so tief wie möglich zu halten.

Doch auch ein solcher Vergleich wird laut Experten eine Milliardenzahlung zur Folge haben. Zudem fordern in den Vereinigten Staaten auch noch Hunderte Privatkläger Geld von Volkswagen. Und schliesslich kommen noch Kosten für den geplanten, aber von den US-Behörden noch nicht abgesegneten Rückruf der betroffenen Dieselfahrzeuge hinzu.

VW-Aktien stürzen ab

Die Milliardenklage der US-Justiz wirft ihre Schatten voraus: So rutschten die Volkswagen-Aktien am Dienstag um 1,7 Prozent ab.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Man Are (Manare)
    Nichts ist mehr verwunderlich. Haarsträubend, wie sich die "Weltmacht" USA (resp. ihre Elite) auf unserem Planeten aufführt. Überall möglichst viel Geld einkassieren; Kriege anzetteln; prasserisch, umweltzerstörerisch und doppelmoralisch leben. Eines der anvisierten Ziele ist bestimmt auch die grösstmögliche Schwächung von Europa... (und dies ist keine Verschwörungstheorie).
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Die Schweiz sollte sich dem erfolgreichen Geschäftsmodell „Verklagen und Absahnen von ausländischen Gesellschaften“, wie es die Amerikaner tun, mit gleicher Konsequenz anschliessen. Ich bin sicher, dass wir in allen möglichen Feldern unseren Staatshaushalt ebenfalls erklecklich aufhübschen können. Preisabspachen (bei BMW hat’s schon geklappt), Umweltverstösse von Auobauern, Nahrungsmittelskandale etc. bitte alle ausreizen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Das VW-Werk hat einen gehörigen "Bock geschossen", den die Manager auch zugaben. Dass nun ausgerechnet die USA, als eine der grössten umweltzerstörerischen Grossmacht, mit Milliardenklagen auffahren, ist leider "typisch"! Die immer bei solchen Klagen dahinter steckende USA-Finanzmacht beim Namen zu nennen, wäre Selbstjustiz! Den Amerikanern ist jedes Mittel recht, um die europäische Wirtschaft und Finanzkonzerne zu schwächen! Diesem "US-Druck" müsste sich nun die EU in Brüssel entgegenstellen!
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    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Vielleicht sollte die europäische Wirtschaft und Finanzkonzerne anfangen sich an Gesetze zu halten. Und warum haben deutsche Behörden nichts gegen VW unternommen, obwohl man seit Jahren weiss das die Abgaswerte nicht stimmen? Warum war die schweizer Staatsanwaltschaft bei der FIFA so blind? Warum haben die schweizer Behörden bei den schweizer Banken weggesehen?
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Ein Fehlverhalten von Führungskräften sollte nicht die Zerschlagung eines Weltkonzerns zur Folge haben - inkl. der Schädigung vieler Zulieferbetriebe, R.Goetschi - Betrug hin oder her. Hier spielt die so oft zitierte Verhältnismässigkeit offenbar keine Rolle mehr? Wen die Amis einklagen, der kann zusammenpacken! DAS ist der Skandal.
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