Zum Inhalt springen

«Mutmassliche Irreführung» Klage gegen VW und Amag

Die Stiftung für Konsumentenschutz hat eine Verbandsklage gegen Volkswagen und den Autoimporteur Amag eingereicht.

Legende: Video Konsumentenschutz fordert Schadenersatz für Fahrzeughalter abspielen. Laufzeit 0:31 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.09.2017.
  • Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat heute eine Verbandsklage gegen Volkswagen und den Autoimporteur Amag eingereicht.
  • Die Klage soll den betroffenen Fahrzeughaltern zu einem Schadenersatz von 3000 bis 7000 Franken verhelfen.
  • Laut Stiftung haben die manipulierten Autos durchschnittlich 15 Prozent ihres Marktwertes verloren.

Der Vorwurf der in Zürich eingereichten Klage lautet auf Irreführung, wie die SKS mitteilte. Volkswagen und Generalimporteur Amag sollen die Autokäufer mit den Abgas-Manipulationen widerrechtlich getäuscht haben.

Leider gebe es in der Schweiz und Europa das Instrument der Sammelklage nicht, schreiben die Konsumentenschützer. Deshalb habe der Konsumentenschutz ein neues Klagekonzept entwickelt.

«Mit der Verbandsklage lassen wir einen Schweizer Richter prüfen, ob Volkswagen mit den Abgas-Manipulationen Schweizerisches Recht verletzt hat», lässt sich SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder zitieren. Hierzulande seien rund 180'000 Fahrzeughalter betroffen.

Die Konsumentenschützer wollen die Klage auf Entschädigung noch dieses Jahr einreichen. Denn ab Januar 2018 drohten die Ansprüche der betroffenen Halter und Halterinnen zu verjähren.

Die Betroffenen mit Rechtsschutzversicherungen sollten ihre Ansprüche jetzt bei ihrer Versicherung anmelden. Für alle anderen wolle der Konsumentenschutz das Prozessrisiko übernehmen. Aufgefordert wurden Konsumenten, aber auch kleine und mittlere Unternehmen, deren Wagenflotte betroffen ist.

VW verweigert Kollektiv-Entschädigungen

Bereits vor zwei Jahren war die SKS auf den VW-Konzern im deutschen Wolfsburg zugegangen, um eine Rahmenvereinbarung mit dem VW-Importeur Amag zu erzielen, die die Entschädigung aller Betroffenen sicherstellen sollte.

In den USA können Fahrer betroffener Autos mehr als 5000 Dollar Entschädigung bekommen. In Europa verweigerte VW bisher Kollektiv-Entschädigungen. Immerhin hatte sich die EU-Kommission im Sommer mit VW auf eine «De-Facto-Extragarantie» von zwei Jahren auf Bauteile geeinigt, die von der Reparatur betroffen sind.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Die Verursacher haben den Schaden voll den geschädigten Kunden zu ersetzen - das wäre noch schöner wen für diese Schwindler andere Gesetze gelten würden wie für den Bürger .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Bei dieser Klage wird sich zeigen, auf welcher Seite unsere Volksvertreter stehen. Hier muss man sich die Namen der Neinsager gut merken, damit das Stimmvolk endlich nicht mehr soviele Lobbyisten mehr wählt. Die Automobilbranche hat seine Kunden nach Stich und Faden betrogen. Hier gibt es nichts zu beschönigen sondern zu handeln.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Diese Klage der SKS wird angesichts der Mehrheiten im National- und Ständerat wohl kaum eine große Chance haben-Auch wenn dieser Versuch den Konsumenten zum Recht zu verhelfen auf dem juristischen Weg gemacht wird. Vorallem der rechtsbürgerliche Block in Bern wird mit aller Kraft versuchen sich schützend von die Automobilimporteure zu stellen um sie vor unabsehbaren Kosten zu bewahren.- denn in ihren Augen sind die betrogenen Konsumenten nur eine teuere Unannehmlichkeit.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen