Konsumenten so pessimistisch wie seit vier Jahren nicht mehr

Die Konsumenten haben die Wirtschaftslage im Juli deutlich pessimistischer beurteilt als noch im April. Die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) befragten Personen rechnen mit steigender Arbeitslosigkeit und einer schlechteren Konjunktur.

Menschen begutachten Börsenkurse.

Bildlegende: Die Konsumentenstimmung hat sich markant eingetrübt. Keystone

Die Laune der Konsumenten und Konsumentinnen in der Schweiz hat sich gut ein halbes Jahr nach der schockartigen Aufwertung des Frankens deutlich eingetrübt.

Der Index der Konsumentenstimmung fiel in der Juli-Umfrage des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) um 13 Zähler auf minus 19 Punkte. Das ist der tiefste Wert seit rund vier Jahren.

Angst vor Arbeitslosigkeit

Vor allem die Einschätzung der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung und der Lage am Arbeitsmarkt fielen pessimistischer aus. Im April hatte sich der Index stabilisiert, nachdem die Abkehr von der Euro-Anbindung des Frankens im Januar den Verbrauchern die Laune verdorben hatte.

Zwar werden durch die darauf folgende starke Aufwertung der Landeswährung importierte Waren und Einkäufe im Ausland billiger, doch die Verbraucher sorgen sich um die Sicherheit der Arbeitsplätze und um die zukünftigen Wirtschaftsaussichten. Die Kennzahl wird vierteljährlich durch eine Umfrage bei 1200 Haushalten erhoben.

Jobabbau befürchtet

Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich rechnet weiterhin mit einem Stellenabbau. Der KOF-Beschäftigungsindikator lag im Juli zum zweiten Mal in Folge im negativen Bereich und verharrte kaum verändert bei minus 6,1 Punkten.