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Konsumkredite in der Schweiz Trotz kleinerer Nachfrage ein lukratives Geschäft

Legende: Audio Auch wenn weniger Kleinkredite vergeben werden: Das Geschäft läuft gut abspielen. Laufzeit 2:36 Minuten.
2:36 min, aus HeuteMorgen vom 22.02.2018.
  • Seit der Finanzkrise ist die Anzahl neuer Konsumkredite in der Schweiz um rund einen Drittel gesunken.
  • Trotzdem werden In der Schweiz immer noch jedes Jahr mehr als 100'000 Kleinkredite vergeben.
  • Das Geschäft läuft für die Kreditinstitute auch unter erschwerten Bedingungen immer noch rund.

Die Zahl der Konsumkredite hat in den letzten Jahren stetig abgenommen. Am meisten neue Kredite wurden im Jahr 2007 vergeben. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der neuen Konsumkredite noch bei etwas mehr als 100'000.

Der Grund für die Abnahme liegt laut Bankenprofessor Andreas Dietrich von der Hochschule Luzern in der Finanzkrise von 2007/2008: «Durch die Diskussionen rund um die Verschuldungen haben die Schweizerinnen und Schweizer ihre Konsumkredite heruntergefahren.»

Legende:
Konsumkredite in der Schweiz Anzahl der Neuabschlüsse bei den Konsumkrediten pro Jahr und Anzahl total ausstehender Kredite. ZEK

Zurückhaltende Schweizer beim Schuldenmachen

Die Angst vor einer Schuldenfalle hielt hierzulande viele Leute davon ab, Bargeld für Anschaffungen zu leihen und dafür hohen Zinsen zu zahlen. Anders in den USA: Dort passierte in den vergangenen zehn Jahren genau das Gegenteil. Es wurden stetig mehr Konsumkredite abgeschlossen. Für Dietrich hat das unterschiedliche Verhalten mit der Mentalität der Schweizer zu tun.

Das Geschäft in der Schweiz wurde für die Kreditinstitute nicht nur durch die sinkende Nachfrage der Kunden schwieriger: Zur Finanzkrise kam die Senkung des Höchstzinses für Konsumkredite per Mitte 2016 von 15 auf 10 Prozent durch den Bundesrat. Für die Anbieter von Kleinkrediten hiess das schrumpfende Gewinne.

Trotz Zinssenkung lukratives Geschäft

Der Kampf um neue Kunden sei seither noch härter geworden, sagt Markus Hess vom Branchenverband der Konsumkreditanbieter. Viele Anbieter hätten Filialen schliessen und Personal abbauen müssen. Doch trotzdem sei die Nachfrage nach Krediten nach wie vor gut, betont der Branchenvertreter.

Auch Bankenprofessor Dietrich stellt fest, dass die Vergabe von Konsumkrediten für Anbieter wie die Cembra Money Bank immer noch sehr lukrativ sei. «Die Zinsmarge beträgt rund 6 bis 7 Prozent. Das ist sehr viel.» Eine normale Bank müsse mit einer Zinsmarge von 1 bis 2 Prozent operieren. Hinzu kommt, dass nur die wenigsten Kunden ihre Konsumkredite nicht zurückzahlen können.

Barkredite sind also immer noch ein lukratives Geschäft. Auch wenn der Wettbewerb unter den Anbietern grösser geworden ist.

Cembra: Stabiles Ergebnis

Cembra: Stabiles Ergebnis

Die Cembra Money Bank weist für das Geschäftsjahr 2017 einen um ein Prozent verbesserten Reingewinn in Höhe von 144,5 Mio. Franken aus. Das Konsumkreditinstitut musste wegen der Senkung des maximalen Zinssatzes per Mitte 2016 beim Zinserfolg einen Rückgang um 5 Prozent auf noch gut 283 Mio. Franken hinnehmen. Mehreinnahmen brachten die Kommissionen und Gebühren. Sie stiegen dank dem florierenden Kreditkartengeschäft um 17 Prozent auf fast 113 Mio. Franken.

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