Kosmetik-Hersteller wollen Extra-Pflege für ihre Swissness

Firmen wie Gerda Spillmann und Rausch leben vom Schweizer Kreuz auf ihren Produkten. Die Schweizer Kosmetik-Industrie kämpft dafür, dass das so bleibt. Aus Angst vor einem zu weichen Swissness-Gesetz will sie eine eigene Branchen-Verordnung.

Hand mit Creme

Bildlegende: Gut, weil aus der Schweiz: «Swiss Made»-Pflegeprodukte haben sich weltweit ein hohes Ansehen erarbeitet. Colourbox

Schweizer Kosmetik assoziieren Konsumenten weltweit mit höchster Qualität. Mehr als die Hälfte ihres Umsatzes erwirtschaften etwa die Schweizer Hersteller Gerda Spillmann und Rausch im Ausland. Gerda Spillmann ist vor allem in den USA erfolgreich, Rausch ist in Deutschland beliebt. Beide fokussieren weiter aufs Ausland, sehen ihre Wachstumsmärkte im Nahen und Fernen Osten.

Damit sich an der weltweiten Beliebtheit von «Swiss Made»-Kosmetik nichts ändert, will der Schweizerische Kosmetik- und Waschmittelverband nun handeln. Das Ziel: Eine brancheninterne Verordnung. Laut ihr sollen mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten im Inland anfallen müssen. Nur dann soll ein Produkt das Gütesiegel mit Schweizerkreuz tragen dürfen.

Furcht vor Verschleppen im Parlament

«Wir möchten, dass es strengere Vorschriften gibt, als der Bundesrat vorgeschlagen hat», sagt Bernard Cloëtta, Direktor des Kosmetik- und Waschmittelverbands. Denn die Kosmetik-Branche befürchtet, dass die Swissness-Vorlage im Parlament verschleppt werden könnte. Ohne rechtliche Grundlage in der Schweiz können Unternehmen auf Fälschungen im Ausland kaum reagieren. Die Vorschriften der Swissness-Vorlage gehen der Branche zudem nicht weit genug.

Ursprünglich lautete die Vorlage: Der überwiegende Teil der Herstellungskosten muss in der Schweiz anfallen – 80 Prozent bei Lebensmitteln, 60 Prozent bei Industrie-Produkten. Economiesuisse, der Dachverband der Schweizer Wirtschaft, will die Vorgaben deutlich flexibler gestalten.

Auch die Schweizer Uhrenhersteller glauben, das Gütesiegel «Swiss Made» könne durch laxe Vorschriften geschwächt werden. Radikal hat der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie vor wenigen Tagen verkündet, Economiesuisse auf Ende 2013 den Rücken zu kehren.