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Wirtschaft Kuoni wechselt Führung aus und baut Stellen ab

Nach der Aufgabe des klassischen Reisegeschäftes beschleunigt der Reisedienstleister Kuoni den Konzernumbau und trennt sich von seiner kompletten Führungsriege. Die Aktionäre bekommen mehr Einfluss.

Legende: Video Quartalszahlen von Kuoni abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 05.11.2015.

Angekündigt waren die erneut tiefroten Geschäftszahlen von Kuoni für die ersten neun Monate des laufenden Jahres. Doch was der Konzern nun kommuniziert hat, macht diese zum Nebenschauplatz.

Kuoni stellt das gesamte Unternehmen auf den Kopf und entlässt die Konzernführung:

  • Chef Peter Meier muss gehen, neuer Konzernlenker wird per sofort der 47-jährige Inder Zubin Karkaria. Er gründete und leitete bisher die hoch profitable Division VFS Global (Umsatzrendite von 20 Prozent), die im Auftrag von Regierungen das Geschäft mit Visa betreibt. Auch Finanzchef Thomas Peyer verlässt den Konzern wie angekündigt im kommenden Jahr. Seine Nachfolge übernimmt die Österreicherin Prisca Havranek-Kosicek.
  • Den Umbau des Unternehmens beschleunigt Kuoni: Nach dem Verkauf des klassischen Reise-Veranstaltergeschäfts wird die verlustbringende Sparte GTS «umfassend» restrukturiert, wie der Konzern mitteilt. Rund 350 Vollzeitstellen werden weltweit abgebaut, es kommt zu Entlassungen. Die Schweiz könne am Rande davon betroffen sein, sagte ein Konzernsprecher. Zudem werden Unternehmensstandorte verlagert. GTS (Global Travel Services) bietet Dienstleistungen für Veranstalter von Gruppenreisen an.
  • Mit dem Umbau der Sparte will der Reisedienstleister seine Kosten um 30 Millionen Franken senken. Die einmaligen Kosten der Restrukturierung belasten das Konzernergebnis noch im laufenden Jahr mit 15 Millionen Franken. Für die weiteren Umbaumassnahmen fallen 2015 nochmals 5 Millionen Franken an Kosten an.
  • Zudem geht Kuoni eine Partnerschaft mit der chinesischen HNA Group ein. Ziel der Partnerschaft sei es, gemeinsam das Geschäft in China für Reisen ins Ausland zu entwickeln. Die Unternehmen prüfen verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit.
Porträtbild von Zubin Karkaria
Legende: Steiler Aufstieg: Zubin Karkaria schaffte es von der Kuoni-Vertretung in Indien in die Schweizer Konzernzentrale PD

Verwaltungsrät sollen weniger verdienen

Auch der Verwaltungsrat wird den neuen Strukturen angepasst: Die Generalversammlung soll die Verkleinerung des Gremiums von sieben auf sechs Mitglieder gutheissen. Zudem sollen die Verwaltungsräte weniger verdienen.

Die Stimmrechtsbeschränkung soll fallen: Bisher ist das Stimmrecht der Kuoni-Aktionäre generell auf 3 Prozent beschränkt – auch wenn ihre Kapitalbeteiligung deutlich höher ist. Eine Ausnahme bildet die Kuoni- und Hugentobler-Stiftung, die 25 Prozent der Stimmen auf sich vereint, obschon sie nur 6,25 Prozent der Aktien besitzt.

Legende: Video VR-Präsident Heinz Karrer über die Lage bei Kuoni abspielen. Laufzeit 02:08 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.11.2015.

Konzernergebnis erneut rot

Die Gechäftszahlen von Kuoni überzeugen weiterhin nicht: Der Umsatz stagnierte nach dem Verkauf des Reisegeschäfts bei 2,56 Mrd. Fr. Operativ schnitt Kuoni in den ersten neun Monaten schlecht ab: Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) liegt bei 20,5 Mio. (- 70 Prozent).

Der ausgewiesene Konzerngewinn liegt mit – 293,3 Mio. Fr. deutlich im roten Bereich. Darin enthalten sind die Verluste der nicht-fortgeführten Aktivitäten sowie die mit dem Verkauf des Reisegeschäfts verbundene Aufwendungen enthalten.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Stellenabbau da, Stellenabbau dort. Das Streichkonzert ist seit der Aufhebung des Mindestkurses vol im Gang. Anderseits nimmt die Masseneinwanderung stetig zu. Wie soll das noch aufgehen? Es ist endlich an der Zeit, dass der Verfassungsartikel zur MEI umgesetzt wird, sonst sehe ich bald rabenschwarz für die Zukunft unseres Landes, seine Bevölkerung und seine Wirtschaft.
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  • Kommentar von gabi bossert (goba)
    Während wahrscheinlich mehr als 30% Bürgerpotenzial sich mit ihrer starken Volkspartei immer weiter gegen aussen abschotten und isolieren möchte, marschieren die Unternehmen im Grossschritt in die weite Welt um sich auf ihrem gewohnten Level halten zu können. Schnell muss da auch ein CHer Chef seinen Platz für einen qualifiziert, günstigeren Ausländer Platz machen. Da helfen auch die grosszügigen Steuergeschenke an die Unternehmungen nichts, die das bürgerliche Mehr so gerne unterstützt.
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Nun wird die Schweiz globalisert! Weg mit den Schweizern, die sind durch billigere Arbeitskräfte zu ersetzten. Da können die Gewerkschaften protestieren und auf die Strasse gehen, aufhalten können sie diesen Trend LEIDER nicht.
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Dölf Meier, dafür sind dann die Gewerkschaften wieder gut genug! Was musste man sich hier alles aus ihren Kreisen anhören, woran die Gewerkschaften Schuld seien. Die «linken Chaoten» haben dafür gesorgt, dass es dem kleinen Mann etwas besser geht. Manchmal verstehe ich euch alle nicht mehr!
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