LafargeHolcim streicht 130 Stellen in der Schweiz

Im Rahmen einer Reorganisation baut der Zementriese Lafarge-Holcim bis Ende 2017 weltweit Stellen ab. Die Schweiz ist mit 130 Jobs stark betroffen.

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Stellenabbau bei Lafarge-Holcim in Holderbank

1:11 min, aus Schweiz aktuell vom 15.9.2016

Der Zementkonzern LafargeHolcim vereinfacht seine Konzernstruktur und baut darum bis Ende des nächsten Jahres insgesamt 250 Stellen ab. In der Schweiz gehen damit 130 Stellen verloren.

Die Stellen werden am LafargeHolcim-Standort in Holderbank AG abgebaut. Im französischen L'Isle d'Abeau streicht der Konzern 80 Arbeitsplätze. Den Rest des Abbaus verteile sich über weitere Standorte der Konzernfunktionen in anderen Teilen der Welt, schreibt der Zementkonzern in einer Mitteilung.

Vereinfachung der Struktur

LafargeHolcim begründet den Abbau mit einer Anpassung der Unternehmensorganisation, die der Konzern nach dem Abschluss der Integration der früheren zwei Unternehmen vornimmt. Konkret plant der Konzern eine Vereinfachung der Struktur und eine Anpassung der technischen Supportfunktionen für die Ländergesellschaften.

Der Konzern werde in der Folge eine schlankere zentrale Organisation haben, welche sich verstärkt um die Themen Strategie, Governance und Transformation kümmere, heisst es in der Mitteilung.

LafargeHolcim hat die Arbeitnehmervertretungen an allen betroffenen Standorten bereits über die geplante Reorganisation informiert.

Der Konzern strebt gemäss Mitteilung an, die Auswirkungen der Massnahmen so gering wie möglich zu halten. Die erforderlichen Konsultationsprozesse seien eingeleitet.

Mit dem jetzt bekannt gegeben Umgestaltung setzt der LafargeHolcim die Restrukturierungen und den Abbau von Stellen fort. Nach der Fusion hatte der Konzern 2015 bereits die Zahl der Beschäftigten um 1600 auf 100'000 reduziert.

Schliessung von Werken möglich

Der Zementriese verfügt jedoch nach wie vor über Überkapazitäten. Konzern-Chef Eric Olsen hat darum Anfang Jahr angekündigt, dass der Konzern die Schliessung von Werken prüfen. Am grössten seien die Überkapazitäten in China, Indonesien, Brasilien und Griechenland.

Bereits kurz nach der Fusion der zwei Konzerne, im Mai 2015 hat LafargeHolcim einen ersten Stellenabbau in Zürich und Holderbank angekündigt. Bis Februar 2016 wurden an den zwei Standorten 120 Stellen gestrichen.

Reaktionen auf den Entscheid

Herbert Anderegg, Gemeindeammann von Holderbank, sieht die Situation pragmatisch. Jeder Stellenabbau sei unschön. Holderbank habe aber in der Vergangenheit erlebt, dass Stellen wieder zurück verschoben wurden.

Rolf Beyeler von der Unia hat mit dem Entscheid gerechnet. Es sei klar gewesen, dass die Arbeitnehmer die Last der Fusion zu tragen hätten.