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Wirtschaft Leere Büroräume als Lösung gegen die Wohnungsnot

Eigentumswohnungen und Mieten werden billiger. Das zeigt das Immobilienmonitoring von Wüest und Partner. Ebenfalls werden immer mehr Wohnungen leer stehen - jedenfalls an der Stadtgrenze und auf dem Land. In den Zentren bleibt die Lage angespannt. Dort scheint sich eine neue Lösung anzubahnen.

Legende:
Leerstände in Büro- und Wohnliegenschaften (in m²) Implenia/JLL/BFS/kant. Ämter

Wohnen in einem Bürohaus hat Potenzial, denn hunderte Bürohäuser mit tausenden Quadratmetern Fläche stehen leer. Seit Jahren ist das Angebot viel grösser als die Nachfrage. Die Statistiken bestätigen den Trend: In Genf sind die leeren Büroflächen dreimal grösser als die Wohnflächen. In Basel sind es sieben Mal mehr und in Zürich kommen auf acht Quadratmeter freie Bürofläche nur gerade ein Quadratmeter Wohnfläche (siehe Diagramm).

Legende: Video Aus Büros werden Wohnungen abspielen. Laufzeit 3:40 Minuten.
Aus 10vor10 vom 29.10.2015.

Eine mögliche Lösung: die leeren Büros zu Wohnräumen umfunktionieren. Vor allem in den Stadtzentren scheint dies ein realistisches Unterfangen zu sein, denn dort ist die Wohnungsnot im Gegensatz zur Peripherie weiterhin vorhanden.

«Hauseigentümer müssen sich anpassen»

Immobilienberater Jan Eckert hat zusammen mit der Baufirma Implenia untersucht, wie viele Büroblöcke sich auch als Wohnhaus eignen würden. «Aus Sicht des Hauseigentümers lohnt sich ein Umbau, wenn er danach rund 100 Franken mehr pro Quadratmeter Monatsmiete verlangen kann.» Je nach Differenz zwischen altem und neuem Mietzins, muss der Eigentümer den Renovationsaufwand festlegen.

Legende: Video Immobilienberater Jan Eckert über Wohnen in Büroräumen abspielen. Laufzeit 2:05 Minuten.
Vom 29.10.2015.

Dennoch sind solche Umbauten kosten- und zeitaufwändig. Ist die Bereitschaft von Hauseigentümern für solche Renovationen wirklich vorhanden? «Es ist weniger eine Frage das Wollens, sondern des Müssen. Rentiert sich ein Gebäude nicht, muss ein Hausbesitzer alles unternehmen, um es wieder rentabel zu machen», erklärt Eckert.

Dieser Mehrpreis sei an vielen Orten gegeben und so könnte in einigen zentralen Büroblöcken bald wertvoller Wohnraum entstehen.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Es gibt den Lex Koller auf Wohnraum, damit soll Bodenspekulation durch ausländische Investoren verhindert werden. Dank den bürgerlichen Parteien im Ständerat wurde das nicht auf Gewerberäumlichkeiten ausgeweitet, der NR hatte anders entschieden. Deswegen gibt es ja so viele leer stehende Gewerberäumlichkeiten. Wenn der Lex Koller so durch die Hintertür aufgeweicht werden soll, dann ist das ein klassisches Eigengoal zur Freude der int. Heuschrecken.
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Hat nicht vor einigen Jahren ein Gesetz den Umbau von Büros in Wohnungen und umgekehrt sehr erschwert ? Mit der gegenwärtigen, zu restriktiven Finanzierungsregeln wird diese Hoffnung wohl nur noch für die ganz grossen Investoren bestehen bleiben. Somit wäre der Kern der Sache (Umwandlung Büros in Wohnraum oder je nach Bedürfnis auch umgekehrt) sicher vernünftig, aber in der Umsetzung hapert es.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Trendwende bei den Mietzinsen zeichnet sich ab ... Denn immer mehr Wohnungen stehen leer. Das der Artikel gleich nebenan... und Sie SF schreiben hier ueber Wohnungsnot die den Gebrauch von Bueroraeumen als Wohnraum rechtfertigt.. irgendwie PARADOX ;-D
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