Libor-Skandal: Britische Finanzaufsicht räumt Fehler ein

Jahrelang wurden internationale Zinssätze manipuliert, doch Hinweisen auf Tricksereien wurde nicht nachgegangen. Die britische Finanzaufsicht gesteht, will jedoch nicht von Versagen sprechen.

Die britische Finanzaufsicht FSA hat im Skandal um manipulierte Referenz Zinssätze durch Grossbanken Fehler zugegeben. Die Aufseher veröffentlichten einen internen Untersuchungsbericht, in dem sie einräumten, Hinweisen auf Tricksereien aus heutiger Sicht nicht schnell und konsequent genug nachgegangen zu sein.

Das habe aber vor allem daran gelegen, dass die Informationen damals – es geht um die Jahre 2007 bis 2009 – nur bruchstückhaft vorhanden gewesen seien. Ein massives Versagen bei der Aufsicht gebe es nicht.

Von realer Welt abgekoppelt

FSA-Chef Adair Turner hatte bereits in der vergangenen Woche vor einem Parlamentsausschuss erklärt, er sehe in der Zockermentalität der Händler den Grund für die jahrelange Manipulation von Interbanken-Zinssätzen wie den täglich in London ermittelten Libor.

Das Verhalten im Handelsraum habe sich von der realen Welt abgekoppelt. Von aussen sei es sehr schwer, solche Machenschaften aufzudecken.
 

Was genau ist der Libor?

Der Libor-Zinssatz (London Interbank Offered Rate) soll anzeigen, zu welchen Sätzen sich Banken untereinander Geld leihen. Er fusst auf kaum nachprüfbaren Angaben der Banken und ist Grundlage für billionenschwere Finanztransaktionen. Insgesamt sollen ihn mehr als ein Dutzend Grossbanken über Jahre manipuliert haben. Die UBS wurde deswegen gebüsst.