Libor-Skandal lässt weitere Köpfe rollen

Nach der UBS und der britischen Barclays Bank wird nun auch die Royal Bank of Scotland (RBS) zu Kasse gebeten. 615 Millionen Dollar beträgt die Busse. Der Chef der Handelssparte muss den Hut nehmen.

Firmenschild der Royal Bank of Scotland (RBS).

Bildlegende: Deftige Busse für die Royal Bank of Scotland. Reuters

«Das ist ein trauriger Tag für RBS, aber auch ein wichtiger, um die Fehler der Vergangenheit richtigzustellen», sagte Royal Bank of Scotland-Chairman Philip Hampton in London.


Libor-Skandal: RBS mit 615 Mio. Dollar gebüsst

4:27 min, aus SRF 4 News aktuell vom 06.02.2013

Der Fehler kostet die RBS 615 Mio. Dollar und den Chef der Handelssparte seine Job. 

In E-Mails machten sich die beteiligten RBS-Händler lustig, wie leicht es sei, mit dem Libor reich zu werden. «Es ist einfach verblüffend, wie die Libor-Feststellung einem so viel Geld einbringen kann. Es ist jetzt ein Kartell hier in London», schrieb einer der Händler.

Im sogenannten Libor-Skandal (London Interbank Offered Rate) stehen Händler von mehr als ein Dutzend Banken im Verdacht, Referenzzinssätze wie den Libor zu ihren Gunsten manipuliert zu haben.

Die UBS musste wegen Beteiligungen an den Manipulationen insgesamt rund 1,4 Milliarden Franken zahlen. 1,2 Milliarden davon an die US-Behörden und 59 Millionen an die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht. Weitere 238 Millionen Franken gingen an die britische Finanzaufsicht.

Das britische Geldhaus Barclays musste bereits knapp eine halbe Milliarde Dollar zahlen. Auch gegen die Deutsche Bank wird ermittelt. Bankintern wurden heute fünf Mitarbeiter suspendiert.