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Wirtschaft Lohnungleichheit je nach Alter verschieden

In der Schweiz sind die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau weiterhin frappant. Eine Studie zeigt nun, dass es auch zwischen den Generationen und den Branche grosse Unterschiede gibt, welche sich nicht mit der beruflichen Qualifikation erklären lassen.

Legende: Video FOKUS: Wo Frauenlöhne am ungerechtesten sind abspielen. Laufzeit 3:57 Minuten.
Aus 10vor10 vom 30.03.2016.

Das Thema Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau ist um eine Facette reicher: Die im Auftrag des Bundesamts für Statistik erstellte Studie zeigt, dass zwischen den verschiedenen Branchen markante Unterschiede bestehen. Ein Teil lässt sich mit Kriterien wie der beruflichen Qualifikation messen, ein Teil bleibt aber unerklärt.

Ein Mann und eine Frau im Gespräch an einem Tisch mit Unterlagen
Legende: Im Team gleichgestellt, beim Lohn häufig nicht: Die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau sind teils immer noch gross. Keystone

Am grössten ist die unerklärte Lohndifferenz in der Textil- und Leder-Industrie (17,2 Prozent), gefolgt vom Maschinen-/Gerätebau (14,3 Prozent) und dem Druckgewerbe (14,2 Prozent). Katja Rost, Professorin für Soziologie der Universität Zürich sagt in der Sendung «10vor10», dass dies stark mit der Maskulinität, respektive der Femininität einer Branche zu tun habe: «Im Baugewerbe sind die Unterschiede extrem gross. Hier spricht man von einer maskulinen Branche, wo maskuline Fähigkeiten erwartet und entsprechend im Lohn honoriert werden.» Hier könne gemäss Rost von eindeutiger Diskriminierung gesprochen werden.

Je älter, desto grösser die Lohnunterschiede

Lohnunterschiede zeigen sich aber auch bei unterschiedlichem Alter: Bei unter 30-Jährigen liegt der unerklärte Lohnunterschied mit 3,2 Prozent deutlich tiefer als bei den über 50-Jährigen. Hier beträgt er bei 11,6 Prozent. Den Grund dafür sieht Katja Rost in der Geburt von Kindern: «Kinder bedeuten bei vielen Frauen den grössten Karriereeinbruch. Durch die Pause werden die Karrieren zwei bis zehn Jahre unterbrochen.»

Grössere Lohnunterschiede auf dem Land

Auch regional sind Unterschiede zu beobachten, so etwa zwischen Stadt und Land. Dafür macht Rost das vorherrschende traditionelle Rollenbild auf dem Land verantwortlich: «Auf dem Land sind solche Vorstellungen oft stärker ausgeprägt. Eine Frau strebt eine Karriere nicht unbedingt an und gibt sich mit der Rolle als gute Mutter zufrieden.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    @Regula Pünter: Grundsatzantwort: NICHTS … Falsch und Unredlich ist es aber wenn man verschiedene Löhne sieht und dann einfach behauptet es sei ja die gleiche Arbeit in gleicher Qualität und Quantität und anfängt Sexismus und Diskriminierung zu schreien ohne nach dem Grund dafür zu suchen. Wie gesagt … bringen sie mir doch ein echt vergleichbares Beispiel … aber sie (ihre Seite) lenken ja nur ab wenn’s mal konkret wird ... wie Sie hier ja bestens demonstrieren.
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  • Kommentar von Regula Pünter (Regula Pünter)
    Grundsatzfrage: Was ist denn überhaupt falsch daran, dass man für gleiche Voraussetzungen und Leistungen die gleiche Entschädigung kriegt? Die Männer würden deswegen ja nicht weniger Lohn kriegen. Männer: Warum wehrt Ihr Euch denn so vehement? Es fällt niemandem eine Zacke aus der Krone. Die Studien/Umfragen sind ja repräsentativ, Zahlen nicht aus der Luft gegriffen.
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  • Kommentar von Regula Pünter (Regula Pünter)
    Hoppla, da lehnen Sie sich aber sehr weit aus dem Fenster. Es gibt bei Männlein und Weiblein Arbeitende mit sehr "kurzen Armen" Aber es gibt sehr wohl Frauen, die in Sachen Leistung und Überstunden ihren männlichen Berufskollegen beiweitem das Wasser reichen. Und es gibt sie, die bewusste Diskriminierung. Eigentlich schade, dass wir heute - viele Jahre nach Inkrafttreten der Gleichstellung - immer noch darüber diskutieren müssen.
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    1. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Meinen Sie mich? Sorry die einfache Behauptungen es gäbe diese bewusste Diskriminierung reicht halt einfach nicht... Wenn es so eindeutig ist wie sie zu glauben scheinen bringen sie doch einfach genügend konkrete und in der Tat vergleichbare Beispiele dass man diese nicht als Einzelfälle abtun kann.
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