Lufthansa-Chef Franz offenbar vor überraschendem Abgang zu Roche

Lufthansa-Chef Christoph Franz will nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Zeitungen den Luftfahrt-Konzern verlassen. Er sei ein aussichtsreicher Kandidat für den Posten des Verwaltungsratspräsidenten beim Schweizer Pharmakonzern Roche.

Die Berichte über Christoph Franz' Abgang kommen von der «NZZ am Sonntag» und der «Welt». Demnach führt Franz Gespräche mit dem Lufthansa-Aufsichtsrat über ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Unternehmen. Ein Lufthansa-Sprecher wollte keine Stellung zu den Berichten nehmen. Roche sagte dazu auf Anfrage: «Wir kommentieren keine Spekulationen.»

Zorn der Belegschaft

Ein Chefwechsel träfe die Lufthansa zu einem ungünstigen Zeitpunkt – befindet sich die Airline doch mitten in einem Sparprogramm, dem 3500 Stellen zum Opfer fallen. Jüngst hatte Franz den Zorn der Mitarbeiter auf sich gezogen, als er die Belegschaft auf sinkende Betriebsrenten einstimmte. So will die Geschäftsführung den entsprechenden Tarifvertrag kündigen.

Seit 2011 sitzt Franz im Verwaltungsrat von Roche. Dort wird der Posten des Verwaltungsratspräsidenten frei. Franz Humer geht in Pension.

Die Swiss stabilisiert

2004 hatte Franz die Führung der angeschlagenen Swiss übernommen. Er stabilisierte die Nachfolgegesellschaft der Swissair überraschend schnell. Mit dem Gesellenstück empfahl er sich für die Lufthansa-Führung.