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Wirtschaft Lufthansa-Piloten drohen mit Streik

Erst im Frühjahr fielen wegen Streiks Tausende Lufthansa-Flüge aus, Hunderttausende Passagiere waren betroffen. Nun droht der Streit um höhere Gehälter und Übergangsrenten für die Piloten erneut zu eskalieren. Die Gewerkschaft kündigt Streiks an – ab sofort.

Die Hecks einiger Lufthansa-Maschinen.
Legende: Im April war es bereits zu massiven Arbeitsniederlegungen gekommen. Rund 3800 Flugausfälle waren die Folge. Keystone

Mitten in der Ferienzeit drohen bei der Lufthansa neue Streiks der Piloten und damit massenhafte Flugausfälle.

Die Vereinigung Cockpit (VC) teilte in Frankfurt mit, dass die Verhandlungen mit dem Konzern über die Übergangsrenten für die Piloten gescheitert seien. Die Spartengewerkschaft habe deshalb weitere Arbeitskampfmassnahmen beschlossen, «mit denen ab sofort gerechnet werden muss». Die genauen Streiktermine will die Gewerkschaft vorab bekanntgegeben – und zwar so rechtzeitig, dass kein Passagier ungewarnt am Flugsteig stehen müsse, wie Cockpit Sprecher Jörg Handwerg sagte.

In dem Konflikt geht es um höhere Gehälter und die Übergangsrenten für die 5400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo. Zuvor hatten in einer Urabstimmung im März 99,1 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder dafür gestimmt, nötigenfalls mittels Arbeitskampf einen neuen Tarifvertrag durchzusetzen.

Nach den Streiks im April hatten beide Seiten die Verhandlungen wieder aufgenommen. Diese Gespräche seien nun gescheitert, teilte Cockpit mit. Von der Lufthansa kam Kritik: «Wir bedauern die Entscheidung der Vereinigung Cockpit sehr, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären und Arbeitskampfmassnahmen anzukündigen.» Cockpit-Sprecher Handwerg sagte, die Lufthansa müsse «ein konkretes und verhandlungsfähiges Angebot» vorlegen, um die Streiks noch abzuwenden.

Bereits im April war es in dem Tarifkonflikt zu massiven Arbeitsniederlegungen gekommen. Damals hatte der schärfste Streik in der Lufthansa-Geschichte zu rund 3800 Flugausfällen geführt, betroffen waren an den drei Tagen 425'000 Fluggäste.

9 Kommentare

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  • Kommentar von René Pfeifer, Araschgen
    Es ist noch gar nicht so lange her, da "umflog" man wegen Streikgefahr der nationalen Airlines Rom, Madrid, Paris....und dergleichen mehr. Nun zählt scheinbar auch schon Deutschland zu den gefährdeten Ländern! Dies jedoch auf sehr hohem Niveau. Zum Glück kennen wir das bei uns in der Schweiz nicht ---- Streikverbot sei Dank.
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    den Deutschen geht es halt einfach (NOCH) zu gut. Mit gutem Willen kann auch "das gesundeste Pferd" kaputt machen. Italiens Gewerkschaften haben es in der Vergangenheit mit seinen Streikwellen vorgemacht wie man eine gut funktionierende Wirtschaft dauerhaft zerstört (und sind bis heute noch nicht zur Vernunft gekommen).
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    "Der Vulkan Bárdarbunga auf Island brodelt seit Tagen" Da ist es natürlich höchste Zeit für Streiks, unbedingt noch vor drohenden Flugverboten wegen eines Vulkanausbruches
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