«Made in Switzerland» ist Ausländern lieb und teuer

Trotz höherer Preise stehen Schweizer Produkte im Ausland hoch im Kurs. Denn die Herkunftsbezeichnung «Made in Switzerland» verspricht beste Qualität gepaart mit höchster Schweizer Ingenieurskunst. Doch das gute Image hat auch Kratzer.

Mit was verbinden Sie die Schweiz am ehesten? Schöne Berge, rezenter Käse, elegante Uhren? Für was steht die Schweiz? Genau das hat die Universität St. Gallen über 4000 Leute rund um den Globus gefragt.

Das Resultat der Image-Studie: Ausländer wie Einheimische verbinden die Schweiz zuerst einmal mit Schokolade. Aber auch mit Qualität und Zuverlässigkeit. Ein formidables Image, das sich zu Geld machen lässt. Auch das zeigt die Studie.

Für das «Made in Switzerland» zahlen Ausländer gern mehr. Zum Teil auch viel mehr: «Bei Uhren geht das Preispremium bis zu 100 Prozent – in Japan beispielsweise», sagt der Studienleiter, Stephan Feige. Auch Inder seien zum Beispiel bereit für Schweizer Milchschokolade über 60 Prozent mehr auszugeben als für vergleichbare Produkte. Chinesen gut 30 Prozent mehr.

«Schweiz hat einen Ruf wie Donnerhall»

Vor allem in den Wachstumsmärkten Brasilien, Russland, Indien und China sitzen die Portemonnaies besonders locker. Kein Wunder, ist doch das Image der Schweiz hier besonders gut. Es hat sich in den letzten Jahren sogar noch verbessert – trotz einiger Negativ-Schlagzeilen.

«Wenn man eins zu eins mit Personen aus den Ländern spricht, hat die Schweiz einen Ruf wie Donnerhall. Und von den ganzen Diskussionen, die man in der Schweiz führt, bekommt ein Inder oder ein Chinese wahrscheinlich auch sehr wenig mit», so Studienleiter Feige.

Geld spielt nicht überall keine Rolle

Kritischer sind die europäischen Nachbarn. Hier zeigt sich auch, dass das Schweizerkreuz nicht automatisch einen höheren Preis rechtfertigt.

Französinnen, zum Beispiel, seien zum Beispiel nicht bereit für Schweizer Kosmetikprodukte tiefer in die Tasche zu greifen: «Sie glauben wohl, dass ihre eigene Kosmetik derjenigen aus der Schweiz noch überlegen sein mag», sagt Studienleiter Feige.

«Made in Switzerland» ist zwar hoch angesehen, allerdings nicht bedingungslos bei allen Produkten und auch nicht in allen Ländern.

Image: Es geht immer noch besser

Das Haar in der Suppe bezüglich des Images ist klar die Innovationskraft. Im Ausland gilt die Schweiz weder als besonders trendy noch als ausgesprochen innovativ. Dies obwohl zum Beispiel die Patentdichte in der Schweiz sehr hoch ist und auch der Innovationsindex Spitzenwerte erreicht.

Der Ruf und die Realität stimmen hier nicht überein. Das zeigt: Auch an einem glänzenden Image kann noch weiter poliert werden.

Swissness-Studie: So beliebt sind Schweizer Produkte und Dienstleistungen In Sachen Produkte und Dienstleistungen hat die Schweiz die Nase vorn: Wie die neue Studie «Swissness Worldwide» zeigt, erhalten diese im internationalen Vergleich die beste Bewertung. Deutschland ist der Schweiz dicht auf den Fersen. Laut den Autoren der Studie liegt dies daran, dass beide Länder wirtschaftlich sehr gut aufgestellt sind.
Am beliebtesten sind die Schweizer Produkte und Dienstleistungen bei den Einheimischen selbst. Diese vergaben ihnen die höchsten Noten. CH (Schweiz), DE (Deutschland), JAP (Japan), USA (Vereinigte Staaten von Amerika), GB (Grossbritannien), A (Österreich), FR (Frankreich), IT (Italien), E (Spanien), KOR (Südkorea), BR (Brasilien), RU (Russland), CHN (China), IN (Indien)