Max Havelaar lanciert Fairtrade-Gold

Nach Bananen, Mangos, Rosen und Baumwolle will Max Havelaar jetzt auch fair und sauber geschürftes Gold zertifizieren. Dank dem Label sollen die Millionen Kleinschürfer angemessen entlöhnt werden, die weltweit unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten.

Goldbarren.

Bildlegende: Der Glanz des Goldes verblasst, wenn man weiss, wie der Rohstoff gefördert wird. Reuters

Das Geschäft mit dem Gold hat seine Tücken: Der Umgang mit giftigen Substanzen und Arbeitsplätze unter Tag sind die Herausforderung beim Abbau. Millionen von unabhängigen, kleinen Goldschürfern suchen unter prekären Situationen nach Edelmetall.

Es ist das Gold dieser Schürfer, das die Schweizer Fairtrade-Organisation Max Havelaar künftig zertifizieren will.

Wie Geschäftsleiterin Nadia Lang erklärt, arbeiten 90 Prozent der Menschen im Bergbau in kleingewerblichen Strukturen. Sie sollen fair entlöhnt werden und so ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft verbessern können. Die Ausgangslage für sie sei gleich wie bei den Kleinbauern.

Gibt es überhaupt eine Nachfrage?

Zwei peruanische Genossenschaften sind zurzeit zertifiziert und können ihr Gold an Schweizer Raffinerien liefern, die bereits 70 Prozent des weltweiten Goldes raffinieren.

Noch bevor der erste Fairtrade-Ehering verkauft wird, sucht Max Havelaar neue Lieferanten. Doch gibt es eine Nachfrage? «Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten und der Handel haben uns schon bei den Bananen unterstützt. Da standen wir auch am Anfang und nehmen heute international eine Vorreiterrolle ein», sagt Lang.

Bei der Tessiner Goldraffinerie Argor Heraeus ist Fairtrade Gold noch kein grosses Thema. Dennoch sehen die Raffinerien Potential im Fairtrade-Logo. Dadurch werden kleine Schürfer einen Marktzugang erhalten. Ihr Gold dürfte dann – wenn auch noch in sehr kleinen Mengen – in den Schmuckabteilungen von Coop oder beim Juwelier Christ landen.

(brut;vonh)