Megafusion: Shell kauft Gasförderer BG

Die Ölbranche leidet unter massivem Preiszerfall, die Konzerne sind unter Druck. Nun will der niederländische Ölmulti Royal Dutch Shell die britische BG Group einverleiben – um Kosten zu sparen. Danach wird Shell fast so gross sein wie sein grösster Konkurrent ExxonMobil.

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Bildlegende: Der Shell-Deal ist ein Paukenschlag in der krisengeschüttelten Ölbranche. Doch weitere werden folgen – glauben Experten. Keystone


Shell sieht in der Übernahme grosses Sparpotential

3:39 min, aus SRF 4 News aktuell vom 08.04.2015

Der britisch-niederländische Öl- und Gaskonzern Shell will den britischen Gasförderer BG Group übernehmen. 47 Milliarden Pfund (67 Milliarden Franken) in bar und in Aktien will Shell auf den Tisch legen, wie beide Unternehmen mitteilten.

BG ist ein britischer Traditionskonzern. Er wurde 1812 gegründet. Damals standen wichtige Entwicklungen für Gaslicht im Zentrum des Geschäfts. Heute gehört BG zu den grössten Firmen für Flüssiggas.

Shell kündigte ausserdem ein Aktienrückkaufprogramm über mindestens 25 Milliarden US-Dollar (24 Milliarden Franken) zwischen 2017 und 2020 an. Damit wäre der Mega-Deal eine der grössten Übernahmen in diesem Jahr.

Das Objekt der Begierde hatte zuletzt einen Marktwert von 31 Milliarden Britischen Pfund (44,3 Milliarden Franken). Für Shell wäre es der grösste Zukauf seit der 41,7 Milliarden Pfund (59,6 Milliarden Franken) schweren Fusion des niederländischen und des britischen Zweiges. Mit der Übernahme würden der grösste und der drittgrösste Gasproduzent Grossbritanniens zusammengehen.

Tiefer Ölpreis führt zu Fusionen

In den letzten Monaten hatte sich der Ölpreis mehr als halbiert. Mit einem Zusammengehen könnten die beiden Unternehmen den entstandenen Kostendruck etwas abfedern, in dem sie Geschäftsbereiche verkaufen, in denen beide tätig sind. Shell rechne mit einer Ersparnis von 3,5 Milliarden Euro, sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Susanne Giger.

Zudem erhält Shell mit der Übernahme von BG Zugang zu bevorzugten Fördergebieten. Experten rechnen mit weiteren Fusionen oder Übernahmen in der Branche, da alle Unternehmen unter dem tiefen Ölpreis leiden.

Ein Zusammenschluss würde den Abstand von Shell zum US-Konkurrenten und Branchenprimus ExxonMobil verringern. Sowohl die Wettbewerbsbehörde als auch die Aktionäre müssen der Fusion noch zustimmen. Von der Aktionärseite sei jedoch nicht mit viel Widerstand zu rechnen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Grosse Fusion in Energiebranche

    Aus Tagesschau vom 8.4.2015

    Der Öl-Gigant Shell will den britischen Gasförderer BG für rund 67 Milliarden Franken übernehmen. Es wäre die grösste Fusion der letzten Jahre in der Öl- und Gasindustrie. Mit der Übernahme plant Shell pro Jahr 2.5 Milliarden einzusparen.

  • Megafusion in Energiebranche - Shell kauft BG für 47 Mrd. Pfund.

    Shell kauft britischen Gaskonzern BG

    Aus Rendez-vous vom 8.4.2015

    Der niederländische-britische Ölmulti Royal Dutch Shell übernimmt für rund 67 Milliarden Franken den britischen Gaskonzern BG Group. Shell steigt damit zur Nummer zwei im weltweiten Energiemarkt auf.

    Martin Alioth