Mehr offene Stellen in der Finanzbranche

Der Schweizer Finanzplatz sucht vermehrt Personal – trotz des Aderlasses bei Privatbanken. Gesucht sind vor allem Juristen und Risiko-Manager.

Der Paradeplatz in Zürich.

Bildlegende: Es braucht weniger Berater, dafür umso mehr Fachpersonal in den Kontroll-Abteilungen. Keystone

Per Ende März waren 3880 Stellen bei Banken, Versicherungen und anderen Finanzfirmen ausgeschrieben. Das sind fast 8 Prozent mehr als Anfang Jahr. So viele offene Stellen in der Schweizer Finanzbranche gab es laut den Angaben letztmals im September 2011. Dies geht aus dem Finews-JobDirectory-Index hervor.

Ein Grund für den Anstieg im ersten Quartal ist, dass nach Auszahlung der Boni in der Bankbranche eine rege Jobrotation einsetzt, wie die Index-Verfasser schreiben. Aber auch über die vergangenen zwölf Monate ist eine klare Steigerung erkennbar. So stieg die Zahl der offenen Stellen bei den Banken innert Jahresfrist um 16 Prozent auf 1338.

Versicherer sind vorsichtig

Bei den Versicherungen waren Ende März 1197 Arbeitsplätze (+6,7 Prozent) unbesetzt, bei den übrigen Finanzfirmen 1344 (+20 Prozent). Während vor allem Sachversicherer und Krankenkassen Personal suchen, sind Zurich und Swiss Re zurückhaltender mit Einstellungen.

Die Grossbank UBS alleine hatte laut der Erhebung 359 offene Positionen, 35 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Während sie in Kontroll-, Risiko- und Rechtsfunktionen Personal sucht, scheint es in der Beratung vor dem Hintergrund der Konsolidierung in der Vermögensverwaltung eher noch ein Überangebot an Mitarbeitenden zu geben.

Bei den Kantonalbanken hat die Zahl der offenen Stellen gar um 57 Prozent zugenommen. Bei den Privatbanken ist der Bedarf hingegen eingebrochen: innert Jahresfrist fiel die Zahl der ausgeschriebenen Stellen um 27 Prozent auf noch 103.