Zum Inhalt springen
Inhalt

Serie: Wie ticken die Chefs? «Mein Führungsstil wird beeinflusst von meinen Fussballer-Zeiten»

Als Chef der UBS gehört Sergio Ermotti zu den mächtigsten Wirtschaftspersönlichkeiten des Landes. Doch wie tickt einer der bestverdienenden Banker Europas? Sergio Ermotti erzählt «SRF Börse», wie er seine Mitarbeitende führt und verrät, wie er es ganz nach oben geschafft hat.

Legende: Video Interview mit Sergio Ermotti abspielen. Laufzeit 02:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 21.12.2016.

SRF: Sie sind nicht nur Konzernchef der UBS, sondern auch Präsident des Tessiner Fussballclubs Collina d'Oro. Können Sie die Erfahrungen vom Fussballplatz auch in die Bank übernehmen?

Sergio Ermotti: Klar. Ich spüre, dass mein Führungsstil stark von meinen Fussballer- und Sportler-Zeiten beeinflusst wird. Ich habe hauptsächlich Team-Sport getrieben und habe immer versucht, einer der besten Spieler zu sein. Aber das ist nie genug. Denn das gesamte Team muss sich anpassen, um die Meisterschaft zu gewinnen. Heute sehe ich mich mehr als Trainer, mehr als Spielführer. Und als Spielführer muss ich ein gutes Beispiel für meine Kollegen sein.

Sie haben einmal gesagt, Sie seien sehr direkt. Man hat aber immer das Gefühl, Banken kommunizieren eher taktisch.

Das stimmt. Im Vergleich zu früher muss ich heute diplomatischer sein. Ich muss aufpassen, was ich sage und wie ich es sage. Aber ich denke, schliesslich ist es das beste, die eigene Meinung zu sagen. Speziell in diesen schwierigen Zeiten, wo wir Klarheit brauchen und Entscheidungen schnell gefällt werden müssen. Wir haben nicht viel Zeit für lange Diskussionen und zu viel Diplomatie.

Ist das auch Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ich habe es nach oben geschafft, weil ich nie gedacht habe, dass ich nach oben komme. Ich habe mich immer auf die Dinge konzentriert, die ich gerne mache und darauf, Erfolg zu haben. Und der Rest ist von selber gekommen. Ich glaube, für junge Menschen kann es sehr frustrierend sein, wenn sie schon früh denken, dass sie CEO einer Bank oder Präsident von Amerika werden müssen. Nur wenige Leute werden das schaffen. Ich denke, man muss vor allem Spass haben. Jeder muss seine eigene Zufriedenheit finden. Und dann kommt der Erfolg von selber.

Das Gespräch führte Patrizia Laeri.

Alle Sendungen der «SRF Börse»-Spezialserie finden Sie hier.

«SRF Börse»-Spezialserie

In einer vierteiligen Serie will «SRF Börse» wissen, wie die Chefs grosser Unternehmen ticken. So beantworten unter anderem UBS-Chef Sergio Ermotti, Roche-Chef Severin Schwan, oder SBB-Präsidentin Monika Ribar Fragen zu ihrem Führungsstil, ihren Vorbildern und Erfolgsgeheimnissen.

Sergio P. Ermotti

Sergio Ermotti
Legende: Keystone

Sergio Ermotti ist seit November 2011 Konzernchef der UBS. Der 56jährige Tessiner zählt zu den am besten bezahlten CEOs in Europa.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Fritz Frei (Fritz Frei)
    Klingt alles sehr einleuchtend. Besonders das mit der Klarheit und den schnellen Entscheidungen. Wenn man ständig hinter den Kulissen mauschelt, wie das in Grossunternehmen üblich ist, ist es besser, diese auf obskuren Wegen gefällten Entscheidungen klar und offen, als nicht diskutierbar, zu kommunizieren als so zu tun, als würden die Betroffenen je ernst genommen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Hauser (Macik)
    Ich hoffe er weiss was ein faul ist oder eine Schwalbe zu machen. In dieser Position musst Du flexibel sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Er hat einen Lohnstatus erreicht bei dem er nichts mehr falsch machen kann und auch nicht auf einen Lottosechser hoffen muss. Es bleibt zu hoffen , dass er mit seiner UBS nie mehr von den Steuerzahlern gerettet werden muss und keine Leichen im Keller liegen .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen