Migros versuchts mit neuen Gastro-Marken

Viel grösser kann die Migros nicht mehr werden. Jedenfalls nicht in ihrem wichtigsten Geschäft, dem Detailhandel. Deshalb kauft sie Marken hinzu: Mit neuen Namen wie «ChaCha» oder «Pouletc» versucht Migros im hart umkämpften Gastronomie-Geschäft neue Kunden zu gewinnen.

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Migros wächst weiter

1:36 min, aus Tagesschau vom 2.4.2014

Lange Tische mit Sitzbänken, viel Holz und die Farbe Grün dominieren in den «ChaCha»-Restaurants. Die Küche setzt auf thailändisches Essen. Nur etwas ist nirgendwo zu sehen: Das orange M, das bekannte Logo der Besitzerin Migros. Dasselbe Bild beim neuen Poulet Take-Away «Pouletc». Das kommt nicht von ungefähr.

Die Migros will so neue Kunden im Gastronomie-Geschäft gewinnen. «Wir schauen uns immer wieder nach neuen attraktiven Konzepten um», erklärt Migros-Chef Herbert Bolliger. Ein Beispiel sei «ChaCha» aus Deutschland. «Wir schauen, welche Konzepte im Ausland gefragt sind und adaptieren sie dann für die Schweiz.»

Möglicher Aufwind für eigene Restaurants

Es braucht neue Ideen, denn das klassische Gastronomie- und Take-Away-Geschäft kam bei Migros 2013 nicht vom Fleck. Die neuen Gastro-Marken brächten der Migros neue Kundensegmente, sagt die Leiterin Branchenanalysen der Credit Suisse, Nicole Brändle. Die Marke Migros sei beim Kunden bereits bekannt. «Durch das Besetzen von weiteren Marken versuchen die Detailhändler neue Kundensegmente zu erobern.»

Die neu zugekauften Gastro-Marken könnten auch die eigenen Restaurants und Take-Aways beflügeln. Denn hier ist das Angebot seit Jahren in etwa das Gleiche. Der Gastro-Chef der Migros, Hans-Peter Oettli, will in diesem Geschäft in Zukunft mehr Innovation. Man sei dabei, in allen Genossenschaften Gemeinsamkeiten zu entwickeln, sagt er.

Auch Konkurrentin Coop schläft nicht

Es ist nicht nur die Migros, die mit neuen Marken in den Gastronomie-Markt drängt. Auch die Konkurrentin Coop ging auf Einkaufstour. Ihr gehören nun die Autobahn-Restaurants «Marché».

Coop und Migros bringen wichtige Voraussetzungen für einen möglichen Erfolg solcher Zukäufe mit: Sie müssen den Einkauf der Produkte und die ganze Logistik nicht neu aufbauen. Die Detailhändler können sich auf das vorhandene Netzwerk stützen. Falls eines der neuen Gastro-Konzepte nicht funktionieren sollte, würde sich damit der Verlust in Grenzen halten.