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Einigung auf neuen Richtpreis Milch und Butter werden teurer

Die Bauern erhalten nach monatelangem Streit drei Rappen mehr pro Liter. Die Konsumenten werden das spüren.

Legende: Audio Milchbranche legt Streit bei abspielen.
2:07 min, aus HeuteMorgen vom 24.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Branchenorganisation Milch hat den Richtpreis per Oktober um drei Rappen angehoben und begründet dies mit der veränderten Marktlage.
  • Der monatelange Streit zwischen Milchbauern, Händlern und Verarbeitern ist damit beigelegt. Der Bauernverband begrüsst den Entscheid.
  • Die Branche hat sich verpflichtet, die höheren Preise weiterzugeben. Konsumenten müssen also mit unterschiedlich stark steigenden Preisen für Milch, Rahm und Butter rechnen.

Zwei Entwicklungen im Milchmarkt hätten dazu geführt, dass die Bauern nun drei Rappen mehr für ihre Milch erhalten, erklärt Stefan Kohler, Geschäftsführer der Branchenorganisation Milch: So kostet einerseits auch in den Nachbarländern die Milch mehr. Anderseits ging im Inlandmarkt die Milchproduktion leicht zurück. Dazu kommt ein sehr tiefes Butterlager. Dies alles führte dazu, dass der Richtpreis jetzt um drei Rappen erhöht wird.

Der Entscheid muss jetzt flächendeckend umgesetzt werden, damit alle Milchproduzenten profitieren können.
Autor: Martin RuferSchweizer Bauernverband, Leiter Departement Produktion, Märkte und Ökologie

Die Milchproduzenten hatten diese höheren Preise vehement eingefordert. Martin Rufer vom Schweizer Bauernverband ist deshalb auch zufrieden und bewertet den Richtpreisentscheid als wichtiges Zeichen. Nun sei es zentral, den Entscheid auch flächendeckend umzusetzen, damit alle Bauern profitieren könnten.

Marktlage gemeinsam überprüft, nicht «eingeknickt»

Wenn die Bauern nun mehr Geld für ihre Milch erhalten, sei das nicht, weil die Branche vor den Produzentenverbänden eingeknickt sei, betont Branchenvertreter Kohler: «Wir haben eine gemeinsame Einschätzung aufgrund der Marktlage vorgenommen und nicht wegen des Drucks einzelner Organisationen in den letzten Wochen entschieden.»

Wir haben eine gemeinsame Einschätzung aufgrund der Marktlage vorgenommen.
Autor: Stefan KohlerBranchenorganisation Milch, Geschäftsführer

Damit sei nun auch der monatelange Streit zwischen Milchbauern, Händlern und Verarbeitern beigelegt. Kohler spricht von einem Neuanfang. Das wohl auch vor dem Hintergrund, dass sich die Branche verpflichtet hat, die höheren Preise an die Konsumentinnen und Konsumenten weiterzugeben.

Preise werden unterschiedlich steigen

Was das genau für die Kunden bedeutet, ist aber unklar. Der Bauer erhält drei Rappen mehr. Diese drei Rappen rechnet jede weitere Stufe in die Kalkulation ihrer Produkte ein. Weil wiederum der Markt spielt, dürften die Preise für Milch, Rahm oder Butter im Laden ganz unterschiedlich stark ansteigen.

41 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das ist richtig, dass die Bauern endlich von ihrer Arbeit und Produkten leben können. Die Konsumenten sind bereit etwas mehr dafür zu bezahlen. Aber! Natürlich müssen auch diejenigen die zwischen der Produktion und dem Verkauf grosse Profite einheimsen endlich ebendalls zurückrudern. Diese arbeiten nicht viel sondern steuern nur die Organisation und sollen deshalb auch weniger "abzocken" dürfen!
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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Ja früher war der Bauer ein Schwerarbeiter, aber heute hat er für alles Maschinen, früher Pferde oder Ochsen, heute Traktoren. Heute verschandeln Plastikballen die Natur, gibt es Mäh-, Wender-, Setzmaschinen, Mähdrescher uvm. Unser Bauernhof ist ein 1Mann-Betrieb. Die Bergbauern, ja die haben es auch heute noch schwer. W.Geissbühler, ausser den Bergbauern werden Sie nicht viele Bauern finden die Schwielen an den Händen haben. sie steuern nur den Traktor, die Arbeit macht die Maschine.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Nur wird dort, wo heute Maschinen Menschen ersetzen, resp. Menschen nur noch Maschinen bedienen, welche dann die Arbeit für sie machen, nicht so wenig für Produkte bezahlt, wie für diejenigen der Bauern. Und auch mit Maschinen haben heutige Bauern keine 8 Std. Tage, arbeiten sie nicht nur 5 Tage die Woche, haben keine 5 Wochen Urlaub. Weshalb gehen wohl immer mehr Bauernhöfe ein? Weil die Arbeit nach wie vor anstrengend ist, man eben lange Arbeitstage & nur wenig Lohn hat.
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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Als ich im Hauswirtschaftsinternat war konnten wir Mädchen Geld verdienen indem wir abwaschen Fr.0.20, 3 Std. jäten Fr.0.50, oder zum Bauern um auf dem Feld zu arbeiten, dafür bekamen wir dann Kartoffeln, Aepfel, und Gemüse für die Schule. Die Kartoffeln wurden noch von Hand gepflanzt, 1Fuss 1Kart. Das Korn musste man 3Garben zusammen stellen und 1 darüber legen. Oder Zuckerrüben, wissen sie wie schwer 2 Rübe sind, immer 2 zusammenschlagen, und auf einen Haufen werfen.
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