Milliarden italienisches Schwarzgeld auf Schweizer Banken

Tausende Italienerinnen und Italiener haben zugegeben, insgesamt über 41 Milliarden Euro auf Schweizer Bankkonten versteckt zu haben. Mit der Legalisierung dieses Schwarzgeldes erhält Italien zusätzliche Steuermilliarden. Schweizer Banken dürften Kunden verlieren.

Bündel von 50-Euro-Scheinen.

Bildlegende: Italienische Banken hoffen, dass Italiener ihr Geld aus der Schweiz abziehen. Keystone

Ein Jahr Zeit hatten Italienerinnen und Italiener, um sich selbst anzuzeigen, ihr Schwarzgeld im Ausland offenzulegen und gegen die Bezahlung von Steuern, Bussen und Zinsen zu legalisieren. Ende November lief dieses Programm aus.

Nun hat das italienische Finanzministerium Bilanz gezogen. Demnach meldeten sich 130'000 Steuerbetrüger oder -hinterzieher bei den Behörden. 70 Prozent von ihnen hatten ihr Geld – insgesamt über 41 Milliarden Euro – auf Schweizer Konten versteckt.

Geld fliesst nach Italien

Durch das Offenlegungsprogramm wird der italienische Staat in diesem und im nächsten Jahr rund vier Milliarden Euro einnehmen. Zudem hoffen italienische Banken, dass Italiener ihre nun korrekt versteuerten Milliarden von den Schweizer Finanzinstituten abziehen.

Im Jahr 2017 hätte die Steuerflucht wohl ohnehin ein Ende gehabt. Dann wird der automatische Informationsaustausch in Steuersachen wirksam. Mit dem Offenlegungsprogramm hat Italien jetzt aber dafür gesorgt, dass sofort zusätzliches Geld in die Staatskasse gespült wird.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Bankgeheimnis für Ausländer beerdigt

    Aus Tagesschau vom 2.12.2015

    Der Ständerat hat Ja gesagt zum automatischen Informationsaustausch mit dem Ausland. Er hat als Zweitrat den rechtlichen Grundlagen zugestimmt.

  • Die Schweiz ist weiterhin nicht bereit, alle Steuerschlupflöcher zu stopfen.

    Ständerat will keine neuen Sorgfaltspflichten für Banken

    Aus Rendez-vous vom 2.12.2015

    Müssten die Schweizer Banken auch die Kundschaft aus Ländern kontrollieren, mit denen die Schweiz keinen automatischen Informationsaustasuch pflegt? Der Bundesrat ist der Ansicht, auch diese sollen kein unversteuertes Geld in der Schweiz deponieren können.

    Der Ständerat teilt diese Haltung nicht.

    Elisabeth Pestalozzi