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Milliardenauftrag Neue Züge: Alstom wehrt sich gegen SBB-Auftrag an Stadler Rail

  • Der französische Zugbauer Alstom legt Rekurs gegen einen Milliardenauftrag an Stadler Rail ein.
  • Die SBB haben Anfang Oktober einen Auftrag über zwei Milliarden Franken an Stadler vergeben. Dafür sollten 286 Züge für die Ostschweizer Tochter Thurbo sowie für die Walliser Regionalps angeschafft werden.
  • Stadler Rail erhielt innert Kürze zwei Aufträge in Milliardenhöhe. Einer von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sowie derjenige von der SBB. Dagegen wehrt sich Alstom und legt beim Gericht Beschwerde ein.
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Aus dem Archiv: SBB bestellen bei Stadler Rail 286 neue Züge
Aus Tagesschau vom 05.10.2021.
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Der SBB-Konzern investiert Milliarden und beschafft sich neue Züge des Typs Flirt für den Regionalverkehr. Diese sollen ab Dezember 2025 erst in der Ostschweiz, dann auch im Wallis sowie im Rest der Schweiz eingesetzt werden. Bis 2034 sollen dann alle bestehenden Züge durch neue ersetzt werden.

Diese Züge wurden bestellt

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Fahrzeug: Der Flirt-Zug von Stadler Rail ist ein einstöckiger Triebzug für den Nah- und Fernverkehr. Der Hersteller verkaufte den Zugtyp bis heute über 2500 Mal in 20 Ländern.

Komfort: Die Triebzüge sollen laut SBB den Fahrtkomfort der Benutzerinnen und Benutzer im S-Bahn-Verkehr verbessern. Sie verfügen über mehr Stauraum für Velos, Kinderwagen und grosses Gepäck. Sie bieten Mobilfunk- und Datenempfang für unterwegs und Steckdosen in allen Abteilen. Pro Zug gibt es zwei Plätze für Personen im Rollstuhl sowie eine rollstuhlgängige Toilette. Neu sind den Angaben zufolge Rollstuhlplätze auch in der 1. Klasse verfügbar.

Anzahl: Insgesamt beschaffen die SBB und ihre Tochterunternehmen Thurbo in der Ostschweiz und Regionalps im Wallis 286 Triebzüge für rund zwei Milliarden Franken. Es besteht beim Hersteller Stadler Rail zudem eine Option auf weitere 224 Fahrzeuge. Die Züge werden laut Stadler komplett am Hauptsitz in Bussnang TG hergestellt.

Einsatzgebiet: Die SBB bestellen 155 Züge (mit 174 als Option). Sie wollen damit alte Domino- und Flirt-Kombinationen sowie lokbespannte Pendelzüge ersetzen. Die SBB-Tochter Thurbo in der Ostschweiz bestellt 107 Züge (mit 40 als Option) und ersetzt damit seine Gelenktriebwagen (GTW). Regionalps im Wallis legt sich 24 neue Züge (mit 10 als Option) zu. Dort sollen Domino- und Nina-Modelle ersetzt werden.

Zulassung: Der neue Zug soll für die Schweiz, Deutschland und Österreich zugelassen werden. Für eine Fahrt in Frankreich ist ebenfalls eine Zulassung möglich.

Ob und wie lange sich diese Beschaffung nun durch die Beschwerde verzögert, kann die SBB laut einer Mitteilung noch nicht einschätzen. Die SBB bekräftigt, sie habe sich bei der Vergabe des Auftrags an die Vorgaben des öffentlichen Beschaffungsrechts gehalten.

Ein weiss-roter einstöckiger Zug fährt auf Schienen
Legende: So soll der neue RegioAlps-Zug aussehen. Insofern die Beschwerden die Bauvorhaben nicht hinauszögern, soll dieser Zug ab 2025 einsatzbereit sein. Keystone

Stadler Rail nimmt Beschwerde zur Kenntnis

Die Offerte von Stadler Rail habe die Ausschreibungskriterien am besten erfüllt. Daher hätten sie den Zuschlag erhalten, sagt die SBB.

Stadler nahm die Beschwerde von Alstom zur Kenntnis und bedauert, dass sich die Auftragsvergabe dadurch unnötig verlängere. Darüber hinaus wollte das Unternehmen gegenüber der Nachrichtenagentur AWP das laufende Verfahren nicht weiter kommentieren.

Alstom-Einsprachen: «ein Unding»

Erst kürzlich machte Stadler Rail mit einem anderen Rechtsstreit von sich reden. Das österreichische Bundesverwaltungsgericht hatte die elektronische Signatur von Stadler als nicht rechtsgültig eingestuft, nachdem Alstom Beschwerde eingereicht hatte.

Gegen dieses Urteil hat Stadler wiederum Rekurs eingelegt. Das Verfahren könne sich noch länger hinziehen. Beim Rechtsstreit ging es um einen ÖBB-Auftrag für 186 Doppelstockzügen im Wert von über drei Milliarden Euro.

Im August sagte Stadler-Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler in einer Telefonkonferenz, dass Alstom praktisch bei allen Ausschreibungen, die sie verlieren würden, Einsprache einlege. Das sei ein Unding. Das führe zu Verzögerungen von zwei bis drei Jahren und verursache mehr Aufwand und Kosten.

SRF 4 News, 29.10.2021, 12:00 Uhr;

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