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Wirtschaft Mit Riesenschritten zum automatischen Informationsaustausch

51 Länder wollen bereits ab 2017 den «Automatischen Informationsaustausch» einführen und damit dem Steuerbetrug einen Riegel schieben. Ein gutes Dutzend weiterer Staaten ist bereit, sich später anzuschliessen – darunter auch die Schweiz.

Legende: Video Im Eiltempo gegen Steuerhinterziehung abspielen. Laufzeit 2:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.10.2014.

Das ging alles viel schneller als man gedacht hätte. Erst vor drei Jahren schlugen Grossbritannien und Deutschland den Regierungschefs der 20 grössten Industrienationen vor, wesentlich entschlossener gegen Steuerhinterziehung vorzugehen.

Mit den heutigen Unterschriften sollen nun bereits 2017 Bankdaten automatisch ausgetauscht werden. Und das nicht nur zwischen Deutschland, Grossbritannien und Frankeich, auch Steueroasen wie Liechtenstein, Bermuda und die Cayman-Inseln gehören zu den heutigen 51 «Früh- Unterzeichnern». Der deutsche Finanzminister Schäuble ist hocherfreut: «Für fairen internationalen Steuerwettbewerb brauchen wir einheitliche internationale Standards.»

Schweiz nicht unter Druck?

Die Schweiz setze dies nicht weiter unter Druck, sagt der Schweizer Delegationsleiter Fabrice Filliez. Man bereite sich ja sowieso schon vor auf diesen automatischen Austausch, aber die Schweizer Verantwortlichen wollten zuerst mit dem Parlament verhandeln, bevor sie etwas unterschrieben. Und die Liste derer, die das gleich hielten und nicht jetzt schon unterschreiben hätten, sei durchaus respektabel. «Ungefähr die Hälfte der G20 Mitglieder sind auch darauf. Die Frühunterzeichner werden unsere Position nicht beeinflussen.»

Für die Schweizer Delegation stand eigentlich etwas anderes im Vordergrund an dieser Berliner Steuerkonferenz. Nämlich die Verhandlungen des so genannten «Global Forum», in welchen ganz allgemein geprüft wird, ob die Mitgliedstaaten den jetzt schon geltenden Anforderungen der OECD zur Bekämpfung der Steuerflucht genügen.

Die meisten Kriterien erfüllt

Hier geht es nicht um den automatischen Datenaustausch, sondern um die Beantwortung von einzelnen Rechtshilfegesuchen. Hier erfüllte die Schweiz bisher gewisse Kriterien nicht. Delegationsleiter Filliez ist aber nach dem heutigen Treffen optimistisch. «Es gibt Anzeichen, dass wir die meisten Kriterien erfüllen werden.» Auch hier zurzeit kein grosser Druck, keine Gefahr von Sanktionen, schwarzen Listen.

Die OECD will jetzt noch weiter gehen im Kampf gegen die Steuerflucht. Als nächstes werde man sich Konzerne vornehmen, die ihre Gewinne in Länder verschieben, in denen sie keine Steuern zahlen. Wolfgang Schäuble begründet das einfach und kämpferisch: «Am Ende kann es eben nicht sein, dass internationale Konzerne weniger Steuern bezahlten als der Bäcker um die Ecke.» Auch auf diesem Gebiet will man schnell vorankommen. Schon am G-20 Gipfel im Dezember sollen erste Beschlüsse gefällt werden.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan, Zürich
    da hat der Herr Schäuble den Gysi schön zitiert
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Die moderne ICT ermöglicht heute schon eine Bürgerüberwachung in Echtzeit,die autom.Kontrolle über unsre Kontobewegungen wäre perfekt. Leider triffts nicht die fetten Fische,die wissen sich zu helfen,da 1.nie alle Banken den AIA einführen werden u.sie sich 2. eh vom System längst abgekoppelt, ihr Vermögen global+intransparent verteilt haben. Aber die Sardinchen, die sich"nebenher"ein bisschen ihr Gehalt aufpolieren, so die Schmach des Soz'amts umgehen möchten,würden dafür lebenslang gestriegelt.
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Es gibt keinen Steuerbetrug wenn man Sein Geld egal wo auf dieser Welt Anlegt oder Deponiert, dass ist alles voellig Falsch. Der Steuerbetrug ist NUR DANN, wenn man dies nicht korrekt beim Finanzamt Deklariert. Mehr ist da nichts, die Banken haben absolut nichts damit zu tun. Die, welche das Geld vor dem Finanzamt verstecken wollen, tun es zukuenftig es so, dass sie das Geld zuhause im Tressor haben. Was bringt nun der Automatische Informationsaustausch? Nichts!
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    1. Antwort von lorenz bertsche, 9320 Arbon
      Schon! Der Automatische Informationsaustausch ist ein weiterer Schritt zu einem weltweiten Überwachungssystem: "Da niemand mehr kaufen und verkaufen kann, es sei denn er "bete" das Tier an (ein System oder ein Menschen dem diese Macht gegeben wurde)". Sie können das alles in der Bibel lesen. Offenbarung des Johannes. Es ist realität, wir werden immer mehr überwacht. Möglich auch dieses Schreiben irgendwo auf dieser Welt. Ich wünsche Ihnen, S. Sugano einen schönen und sonnigen Tag
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