Zum Inhalt springen

Wirtschaft Mit Strom Geld verdienen – kein Ding der Unmöglichkeit

Die Energiepreise sind tief, das Stromgeschäft ein Verlustgeschäft, klagen die Energieriesen seit Jahren. Anders die Firma Edisun Power. Seit zwei Jahren verdienen die Zürcher mit Solarstrom wieder Geld.

Legende: Video «SRF Börse vom 15.04.2016» abspielen. Laufzeit 2:29 Minuten.
Aus SRF Börse vom 15.04.2016.

Mit Strom Geld verdienen – seit zwei Jahren macht das die Firma Edisun Power vor. Im Jahr 2015 konnte das Zürcher Unternehmen einen Gewinn von 700'000 Franken erzielen bei einem Umsatz von 7,7 Millionen Franken.

Einige Konkurrenten dürfte dieses Resultat verwundern, ist doch der Strompreis seit Jahren tief und volatil – ein Umstand, der Edisun Power wenig beeindruckt.

Legende: Video «Rainer Isenrich, CEO bei Edisun Power» abspielen. Laufzeit 4:41 Minuten.
Vom 15.04.2016.

Konstante Erträge aus dem Stromgeschäft

Mit gutem Grund: Seit bald zwanzig Jahren betreibt die Firma 34 Solarstromanlagen in der Schweiz, Deutschland, Spanien und Frankreich. Im Gegensatz zu Strom aus Atom-, Kohle- oder Gaskraftwerken wird Solarstrom in vielen europäischen Ländern staatlich gefördert, über sogenannte Einspeisevergütungen. Der Vorteil: Produzenten wie Edisun Power sind nicht vom volatilen Strommarktpreis abhängig.

«In allen Ländern, in denen wir tätig sind, haben wir Verträge mit staatlichen Gesellschaften, die uns fixe Preise garantieren», erklärt Rainer Isenrich, Geschäftsführer bei Edisun Power. Auf diese Weise erziele die Firma jedes Jahr konstante und stabile Erträge.

Seit 2014 wieder profitabel

Seit 2008 ist Edisun Power an der Börse. Der Zeitpunkt des Börsengangs hätte nicht schlechter gewählt werden können: Er fiel mitten in die Zeit der Lehman-Brothers-Pleite, dem Auftakt der globalen Finanzkrise. Auch geringere Fördergelder in Spanien und der Zerfall des Euros haben der Firma viele Verlustjahre beschert. Seit dem Börsengang hat die Aktie mehr als die Hälfte an Wert verloren.

In der Folge senkte die Firma radikal die Kosten – auch bei der Belegschaft: Heute beschäftigt die Firma gerade mal noch vier Mitarbeiter. Damit gehört sie zu den kleinsten börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz.

Vor zwei Jahren schaffte Edisun Power die Wende: 2014 und nun auch 2015 hat die Firma schwarze Zahlen geschrieben.

Mehr als eine reine Geldanlage

In den kommenden Jahren möchte Edisun Power weiter wachsen etwa im Bereich Biogas, das ebenfalls in vielen Ländern staatlich gefördert wird. Die Aktie sei mehr als eine reine Geldanlage, betont Rainer Isenrich. Man sei eine kleine, ökologische Firma mit geringer Liquidität. «Es ist sicher nicht für jeden Anleger geeignet, in uns zu investieren», so Isenrich.

Fazit: Mit Strom kann man Geld verdienen, man muss es aber richtig machen.

21 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Man Are (Manare)
    Eine bedenkliche Entwicklung: Mit staatlichen Geldern für ineffiziente Energien Gewinne erzielen... und noch darüber sprechen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Stimmt, es ist bedenklich, dass ineffiziente Atomenergie derart stark subventioniert wird, obwohl es in der Schweiz keine Uranminen gibt, keine Anreicherungsanlagen betrieben werden und keine neuen Reaktoren gebaut werden. Solarenergie erhält übrigens keine Steuergelder, sondern bezahlt Steuern (Gewinnsteuern, Einkommenssteuern, MWSt. etc.). Die KEV (0,35 Rappen/kWh) wird zu 100% von den Stromkonsumenten bezahlt. Wenn Ihnen die 0,35 Rappen/kWh zu viel sind, ersetzen Sie eine alte Glühbirne.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von N. Schmid (Schmid)
    Konventionelle Energien sind begrenzt und langfristig gibt es keine Alternative zu erneuerbaren Energien. Je früher die teure Abhängigkeit von konventionellen Energien reduziert wird, desto wettbewerbsfähiger wird die jeweilige Gesellschaft in der Zukunft sein. Selbst wenn die bürgerliche Mehrheit sämtliche Kirchen per Dekret in Wahhabiten-Moscheen umwandeln würden, um die Ölscheiche zufriedenzustellen, wird sich an dieser physikalischen Tatsache übrigens nichts ändern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von N. Schmid (Schmid)
    Zwischen 1970 und 2012 ist Braunkohle, Steinkohle und Atomenergie in Deutschland mit über 600 Mrd € subventioniert worden. Erneuerbare Energien haben demgegenüber lediglich 67 Mrd € erhalten - letztes Jahr allerdings bereits 35% des Strombedarfs gedeckt. Selbst in China, welches den Neubau von AKW mit Abstand am stärksten subventioniert, hat die Wind- inzwischen die Atomstromproduktion überholt, weil neue AKW selbst wenn die Rückbau- und Endlagerkosten ignoriert werden, schlicht zu teuer sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen