Monsanto wirft den Bettel in Europa hin

Gentechnisch veränderte Pflanzen kommen in Europa nicht gut an. Das hat auch der US-amerikanische Saatguthersteller Monsanto erfahren müssen. Jahrelang versuchte er vergeblich Zulassungen für sein Gentechsaatgut zu ergattern. Jetzt zieht er sich aus dem europäischen Markt zurück.

Monsanto ist mit seinen gentechnisch veränderten Pflanzen in Europa über die Jahre nicht weitergekommen. Jetzt gibt der weltgrösste Saatguthersteller seinen Kampf auf. «Es ist kontraproduktiv, gegen Windmühlen zu kämpfen», erklärte eine Monsanto-Sprecherin der Tagesszeitung «Taz». Die Nachfrage der Bauern sei zu gering.

Genmais von Monsanto.

Bildlegende: Im Frühjahr 2007 verbot Deutschland den Verkauf von Monsanto-Genmais. Doch die Saat war bereits ausgebracht. Keystone

Der US-Konzern mit Sitz in Deutschland will deshalb künftig darauf verzichten, in Europa für den Anbau von Gentechpflanzen zu lobbyieren. Es würden auch keine Zulassungen neuer gentechnisch veränderter Pflanzen mehr beantragt, so die Sprecherin weiter.

Anders als die Amerikaner misstrauen die Europäer der grünen Gentechnik – erst Recht wenn es um Lebensmittel geht. Deswegen warf auch der Chemiekonzern BASF 2012 das Handtuch und verlegte seine Zentrale für Pflanzen-Biotechnologie von Deutschland in die USA. Auch Konkurrent Bayer betreibt seine Gentechgeschäfte vor allem ausserhalb Europas.

Die Befürworter erhoffen sich von der Gentechnik ertragreichere Ernten und weniger Aufwand beim Schutz der Pflanzen vor Schädlingen und Krankheiten.  Umweltschützer warnen jedoch vor unkalkulierbaren Risiken wenn gentechnisches Saatgut in Umlauf gebracht wird.