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Hilfe bei Netz- und Stromausfall: Wie das in Ausserrhoden klappt
Aus News-Clip vom 16.07.2021.
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Nach Swisscom-Pannen Wie die Feuerwehr trotz Netzausfall erreichbar bleibt

Weil die Notfall-Nummern immer wieder ausfallen, setzen Feuerwehren auf alternative Alarmsysteme.

Ein roter Knopf beim Feuerwehrdepot im appenzellischen Teufen verspricht Hilfe. Ab sofort kann die Bevölkerung dort im Notfall Alarm auslösen. Das sei die ideale Lösung «wenn sonst nichts mehr funktioniert», sagt Feuerwehrinspektor Walter Hasenfratz über die neue, netzunabhängige Alarmierung.

Diese könnte besonders bei einem Swisscom-Netzausfall gefragt sein - der letzte war am 9. Juli - oder gar bei Stromausfall.

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Feuerwehren setzen auf alternative Notrufsysteme
Aus 10 vor 10 vom 16.07.2021.
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Der Notruf per Alarmknopf geht über ein autarkes Pager-Funknetz an die Miliz-Feuerwehrleute. Der oder die Alarmierende muss warten, bis die Feuerwehrleute beim Depot eintreffen und kann dann genauer informieren. Appenzell Ausserrhoden ist der erste Kanton, der eine solche Alarmierung einführt.

Bis Ende Jahr sollen alle 16 Feuerwehrdepots im Kanton Appenzell Ausserrhoden mit einem Notfall-Knopf ausgerüstet sein. Die Kosten von 250'000 Franken trägt die Gebäudeversicherung.

Zürich will mehr Zuverlässigkeit

Auch grössere Kantone wollen nicht mehr alleine auf das Netz der Swisscom setzen. So prüft der Kanton Zürich einen Notfallknopf in den Feuerwehr-Stützpunkten ihrer 162 Gemeinden, sagt Lars Mülli, Geschäftsführer der kantonalen Gebäudeversicherung – der Aufsichtsbehörde der Feuerwehr.

Er sieht es als Ergänzung zum bestehenden System mit Telefonie, Internet und Funknetz: «Wir erachten es als unsere Aufgabe, weitere technische Möglichkeiten, wie eben das autarke Paging zu überprüfen, um auf unserer Seite, wo wir auch direkt Einfluss nehmen können, die Zuverlässigkeit weiter zu erhöhen.»

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Feuerwehrinspektor AR, Walter Hasenfratz: Ärger über die Swisscom-Pannen
Aus News-Clip vom 16.07.2021.
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Netzausfälle der Swisscom: «inakzeptabel»

«Was in den letzten zwei Jahren abging, ist für uns Einsatzkräfte absolut nicht akzeptabel», sagt Feuerwehrinspektor Hasenfratz über die Netzausfälle der Swisscom. Das Unternehmen kämpfte schon vor dem Netzausfall von letzter Woche mit Pannen. Im vergangenen Jahr gab es mehrere grössere, landesweite Störungen. Auch damals waren Notfallnummern der Blaulicht-Organisationen nicht erreichbar.

Da müsse einiges gehen, so der Feuerwehrinspektor. Er hoffe auf den Druck der Politik. «Das Netz, die ganze Telefonie muss besser werden – sicher in der Notalarmierung.»

Swisscom erklärt sich

«Netzstabilität hat unsere absolute Toppriorität», sagt Christoph Aeschlimann, Leiter Netze und IT bei Swisscom. Aber das Notruf-Telefonsystem sei sehr komplex und habe viele Zahnrädchen, die ineinandergreifen.

«Ein Teil davon liegt bei Swisscom, der andere bei weiteren Akteuren. Wir müssen zusammen schauen, dass wir das System stabiler machen, und dass man auch mit einem Ausfall einer einzelnen Komponente umgehen kann.»

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Swisscom-Leiter Netze & IT, Christoph Aeschlimann über die Netzstabilität
Aus News-Clip vom 16.07.2021.
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Notruf-Systeme «Made in Switzerland»

Dass Feuerwehren für den Notfall auf unabhängige Netze setzen, davon profitiert die Firma Swissphone, mit Sitz in Samstagern ZH. Das Unternehmen stellt seit über 50 Jahren Funkmelder her, also Pager, für die Industrie und Blaulicht-Organisationen und betreibt in der Schweiz ein eigenes Funknetz, das es von der früheren PTT übernommen hat.

Der Umsatz von Swissphone ist seit der Blütezeit des Pagers in den 90er-Jahren von 80 auf rund 50 Millionen Franken gesunken. Doch Paging sei keine aussterbende Technologie, sagt Dominic Suter, Projektleiter des Appenzeller Notfallknopfs bei Swissphone. «Dort, wo es um kritische Alarmierung und Benachrichtigung geht, ist der Pager nach wie vor ein wichtiges Bindeglied.»

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Paging sei keine aussterbende Technologie per se, sagt Dominic Suter von Swissphone
Aus News-Clip vom 16.07.2021.
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Die Feuerwehr-Tüftler in Baselland

Der erste Kanton, der das Swissphone-Netz für die Notfall-Kommunikation innerhalb der Feuerwehr nutzte, war Basellandschaft. Nun hat man dort zusätzlich etwas Eigenes entwickelt – auch eine Notfall-Säule für die Bevölkerung.

Demnächst startet in der Gemeinde Reinach ein Pilotprojekt, sagt Christoph Wyttenbach, Kommandant der dortigen Feuerwehr. Die Notsäulen werden an sieben Standorten aufgestellt, bei den Defibrillatoren. «Die Menschen kennen diese Standorte und können dort nun auch einen Notruf absetzen», so Wyttenbach.

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Feuerwehr-Kommandant & Notfunk-Tüftler Christoph Wyttenbach
Aus News-Clip vom 16.07.2021.
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Anders als beim Swissphone-Notalarmknopf kann der Alarmierende direkt über eine Gegensprechanlage mit der Feuerwehr kommunizieren.

Christoph Wyttenbach habe das Gerät in einer durchgemachten Nacht entwickelt: im Keller des Feuerwehrdepots. Dort hat die Notfunkgruppe Birs ihren Sitz. Wyttenbach ist Präsident.

Notruf per Pagernetz: Was altmodisch tönt, hat nicht ausgedient. «Je einfacher die Lösung ist, desto grösser ist die Chance, dass sie funktioniert», sagt Feuerwehrinspektor Hasenfratz über seinen neuen Notfall-Sender. Eine Lösung, bei der vor allem zu hoffen ist, dass sie gar nicht erst zum Einsatz kommt.

10vor10 vom 16. Juli 2021

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Leo Nauber  (leo999)
    In grösseren Ortschaften müsste es wohl Notrufknöpfe an verschiedenen Standorten haben. Wenn ich einen benutzen müsste, zuerst das Auto holen und kilometerweise durch 20er und 30er Zonen schleichen muss, bis ich alarmieren kann!
    1. Antwort von Peter Burri  (PEBUR)
      Genau so ist das in Reinach ja auch vorgesehen. Es werden über ein halbes Dutzend Notrufsäulen im Gebiet der Stadt verteilt, so dass immer eine davon innert nützlicher Zeit erreicht werden kann. Diese Lösung geht dadurch noch ein gutes Stück weiter, als die aktuell in Appenzell AR in Betrieb gehende Notalarmierung bei den Feuerwehrstützpunkten.