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Wirtschaft Nationalbank hebt Mindestkurs auf – Euro und Aktien tauchen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hebt den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro per sofort auf. Die Aktienmärkte reagierten heftig. Der SMI erreichte kurz vor Mittag ein neues Tagestief von -8,5%. Der Euro fiel zeitweise unter 80 Rappen und pendelt sich aktuell bei 1.04 Franken ein.

Ein Diagramm des Eurokurses.
Legende: Die Märkte reagierten sofort, der Euro fiel zum Franken deutlich und erholte sich dann leicht. (Stand: 11:30 Uhr) finanzen.ch

Die Nationalbank führte den Mindestkurs 2011 ein, um der massiven Überbewertung des Frankens entgegenzuwirken. Nun hat sie diese Massnahme überraschend aufgehoben. Die Währungshüter begründen den Schritt mit der deutlichen Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar. Entsprechend habe sich auch der Franken gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt.

Der Franken bleibe zwar hoch bewertet, aber die Überbewertung habe sich seit Einführung des Mindestkurses insgesamt reduziert, schrieb die SNB weiter.

Zugleich senkte die Zentralbank den Zins für Guthaben auf den Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0,5 Prozentpunkte auf minus 0,75 Prozent. Das Zielband für ihren Referenzzins Dreimonats-Libor verschiebt sie weiter in den negativen Bereich auf minus 1,25 bis minus 0,25 Prozent.

Überraschender Schritt der Nationalbank

In einer ersten Einschätzung gibt sich Eveline Kobler von der SRF-Wirtschaftsredaktion überrascht vom Schritt der Nationalbank: «Der Druck auf den Euro-Franken-Kurs hat in letzter Zeit deutlich zugenommen. Die SNB musste heftig intervenieren, um die Kursuntergrenze von 1.20 zu verteidigen. Im Dezember musste sie wahrscheinlich an einzelnen Tagen mehrere Milliarden in den Markt buttern, um den Mindestkurs zu verteidigen.

Dass es diesen Mindestkurs nicht mehr geben soll, kommt trotz Allem überraschend.» Die SNB behalte sich aber vor, bei Bedarf erneut zu intervenieren.

51 Kommentare

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  • Kommentar von Juergen kuettel, Schwyz
    Dass der Euro sich gegenüber der DM verdoppelt hat, war für mich klar, dass Mittel- Langfristig eine Kursanpssung fällig war. Ich denke der Wert der Währung sollte nicht höher als 0.85 zum CHF Kurs sein und das wollten einfach viele Leute nicht einsehen. Das die Nationalbank nun sich vom gestützten Kurs zurück gezogen hat, war sicherlich nicht ein einfacher Entscheid, trotzdem sicher das Beste für unser Land. Ich bin bin gespannt wie das nun weiter geht, habe da schon eine gewisse Vorahnung.
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  • Kommentar von Hans Glauser, Herlisberg
    Kein guter Tag für die Schweiz: Unsere Produkte verteuern sich im Ausland und es kommen weiger Touristen zu uns. Nur die grössten Kälber wählen ihren Metzger selber.
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    1. Antwort von Peter.Ofner, winterthur
      warum soll die Schweiz immer alles halten? Die Deutschen meckern über unser System und kommen zu Tausende bei uns Arbeiten. Die Franzosen sind nicht besser als die Deutschen, beide zusammen drehen sie an der Euro schraube und beklagen sich über die Schweiz. Ich denke nun mal einfach. Die Schweiz hat es schon seit 800 Jahren auf die Reihe gekriegt,selten doch mal die anderen darüber nachdenken warum unser System klappt und dessen nicht.
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  • Kommentar von A. Brunner, Zurich
    ENDLICH! Jetzt gilt Erspartes, Löhne + Pensionen wieder mehr ... Importeure können Preise senken ... und CH-Waffenexporteure haben hoffentlich mehr Mühe ihre Ware, die im Ausland Tote, Leid, Elend und Flüchtlinge produziert, zu verkaufen ... und allgemein wird der unnötige "Wachstumswahn" etwas gebremst ... finde ich OK ! ... verständlich, dass dies ohne (bekannte?) Vorwarnung geschehen ist, um grössere Spekulationen zu verhindern. Jetzt kann der € frei sinken, wie es EUSA-Regimes akzeptieren !?
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