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Wirtschaft Negative Zinsen für «faulen» Franken

Die UBS erhebt künftig Negativzinsen auf bestimmte grosse Frankenguthaben. Das Ziel: Der Franken soll zirkulieren, nicht liegen. Diese negativen Zinsen gelten für institutionelle Anleger ab 21. Dezember.

Eine Person übergibt einer anderen mehrere hundert Franken.
Legende: Für das Guthaben zahlen: In der Schweiz gab es das zum letzten Mal in den 1970er Jahren. Keystone

Negative Zinsen für gewisse Guthaben – das gibt es bei der UBS schon seit anderthalb Jahren. Einzelne Banken müssen als Kunden zahlen, wenn sie Franken bei der Grossbank parken.

Ab 21. Dezember nimmt die UBS nun von weiteren Banken Geld. Die Finanzinstitute sollen davon abgehalten werden, Cash-Guthaben bei der Schweizer Grossbank zu deponieren. Die Höhe der Negativzinsen wird den Kunden individuell mitgeteilt. 

Die Cash-Guthaben sorgen bei der UBS für sogenannte «Opportunitätskosten». Gemeint sind entgangene Erlöse durch nicht genutzte Ressourcen.

Vergangene Woche hatte bereits die Credit Suisse angekündigt, Frankenguthaben anderer Institute mit Negativzinsen zu belasten.

Die Schweizerische Nationalbank wird am Donnerstag die Lage im Finanzsektor beurteilen. Im Vorfeld der Runde gibt es erneut Gerüchte, die SNB könnte die Untergrenze für den Wechselkurs von heute 1,20 auf 1,25 anheben.

Der Franken schwächelt deutlich – gegenüber dem Euro, aber auch gegenüber dem Dollar. Der Euro notierte um 10.10 Uhr bei 1,2126 Franken. Am frühen Morgen hatte man ihn noch unter der Marke von 1,21 Franken gehandelt. Marktbeobachter führen das vor allem auf die Ankündigung der UBS zurück.

Was sind Negativzinsen?

Negativzinsen sind Zinsen, mit denen ein Guthaben belastet wird. Der Kontoinhaber muss sie zahlen, oder die Bank zieht sie vor der Rückzahlung des Guthabens ein.

Negative Zinsen sollen verhindern, dass Anleger Geld horten oder damit spekulieren. Einige Experten propagieren Negativzinsen auch als Mittel gegen den Wachstumsdruck  im Finanzsystem.

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