Negativzinsen treffen Postfinance

2,9 Millionen Schweizer haben ein Konto bei der Postfinance. Just diese Bank ist besonders stark vom Negativzins-Entscheid der Nationalbank betroffen. Die Kunden müssten aber keine Befürchtungen haben, beruhigt der Postfinance-Chef in der «Tagesschau».

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Postfinance beruhigt Kunden

1:57 min, aus Tagesschau vom 22.12.2014

Negativzinsen zahlen müssen Banken und Investoren, die ein Konto bei der Nationalbank haben und deren Guthaben einen gewissen Freibetrag überschreiten. Gemäss eigenen Angaben haben UBS, Credit Suisse, Raiffeisen und die meisten Kantonalbanken damit nichts zu befürchten. Ihr Guthaben ist tiefer als der Freibetrag.

Kunde am Geldautomaten von Postfinance.

Bildlegende: Rund 40 Milliarden Franken Kundengelder hat Postfinance bei der SNB geparkt. Keystone

Anders sieht es bei der Zürcher Kantonalbank und bei Postfinance aus. Beide Institute müssen wohl auf einen Teil ihres Guthabens ab dem 22. Januar 2015 einen Negativzins zahlen. «Stand heute müssen die Kunden sicher nicht mit Negativzinsen rechnen», betont Hansruedi Köng in der «Tagesschau». Auch bei der Zürcher Kantonalbank beeilt man sich zu versichern, dass Kunden kein Geld zahlen müssten, um ihr Geld anzulegen.

Postfinance schwimmt im Geld

Speziell ist die Situation bei Postfinance, weil sie zwar eine Banklizenz besitzt aber weder Kredite noch Hypotheken vergeben darf. Nach der Finanzkrise und nach der UBS-Rettung haben Kunden der Postfinance sehr viel Geld anvertraut. Die Kundengelder stiegen von 49 Milliarden Franken im Jahr 2008 auf 112 Milliarden Franken im letzten Jahr.

Weiterverleihen kann die Post-Tochter dieses Geld aber nur beschränkt. «Es ist keine neue Erkenntnis. Wir sagen schon lange, dass der Zugang zu Kredit- und Hypothekarmärkten für uns eine Option wäre», sagt Köng. Doch bisher habe das Parlament diese Bitten nicht erhört.

Ob die Negativzinsen auf das Geschäftsergebnis der Postfinance im nächsten Jahr einen Einfluss haben werden, kann Köng noch nicht beurteilen.