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Wirtschaft Neue Büroflächen für 19 Milliarden Franken

In den nächsten Jahren entstehen riesige Büroflächen in städtischen Randgebieten. Teure Altbauten im Zentrum kommen unter Druck. Viele Unternehmen verlagern ihre Standorte und sparen durch den Umzug.

Bahnhof Oerlikon und Bürogebäude
Legende: Beispiel Zürich Nord: In Sichtweite des Bahnhofs Oerlikon entstehen mehr und mehr Geschäftsimmobilien. Keystone

19 Milliarden Franken beträgt die Summe der bewilligten Bürobauten in den vergangenen drei Jahren. Das Geld fliesst in neue Büroliegenschaften, beispielsweise am Zürcher Stadtrand und in der Agglomeration. Ähnlich ist die Situation in Basel: Schon heute steht viermal mehr Bürofläche leer als vor zehn Jahren.

Unternehmen der Pharmabranche wie Novartis und Roche legen ihre verstreuten Bürostandorte in neuen Hochhäusern zusammen. Die Folge: Ältere Büroflächen stehen zusehends leer und sind schwieriger zu vermieten. In Basel sind neue Büros in der Grössenordnung von 21 Fussballfeldern geplant.

700‘000 neue Quadratmeter

Die Immobilienspezialisten von Colliers International prognostizieren in den nächsten drei Jahren eine Zunahme von 700‘000 Quadratmetern Bürofläche: «Die neuen Gebäude bieten Flächen, die flexibel nutzbar sind. Ein Mieter spart dadurch 20 Prozent an Fläche und zahlt einen tieferen Mietzins», sagt Philippe Frei.

Die Folge: Viele Unternehmen verlassen die teuren Standorte im Zürcher Stadtzentrum und ziehen an Aussenlagen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind. Ein Beispiel: Die Allianz Suisse, heute an bester Lage in der Innenstadt (17‘000m2), zieht im kommenden Herbst nach Wallisellen.

Legende: Video «Philippe Frei über Immobilien in Zürcher Aussenbezirken» abspielen. Laufzeit 0:50 Minuten.
Vom 04.02.2013.

Auch die Grossbanken UBS und Credit Suisse verlagern Büros von der Innenstadt an die Peripherie. Schon heute ist im Zürcher Geschäftsviertel rund um das Seebecken eine Bürofläche von umgerechnet 17 Fussballfeldern im Angebot.

Vermieter bieten Gratismieten

Um gegenüber Neubauten konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die Vermieter alter Büroräume in der Innenstadt massiv in Umbauten investieren und Neumietern monatelang Gratismieten gewähren. Philippe Frei von Colliers: «Die Renditen der Vermieter kommen unter Druck – einerseits durch Mietpreissenkungen, andererseits durch Investitionen –, um konkurrenzfähig zu bleiben.»

Mit solchen Konzessionen versuchen die Vermieter möglichst lange eine Senkung der Mietzinsen hinauszuschieben. Der Grund: Die Höhe des Mietzinses bestimmt letztlich den Wert einer Liegenschaft. Gehört die Liegenschaft einer börsenkotierten Immobilien-Gesellschaft, kann dies den Aktienkurs eines solchen Investors negativ beeinflussen.

Umgekehrt können Neubauten für Investoren ausserordentlich attraktiv sein. 350 Millionen Franken betrugen die Anschaffungskosten für den Prime Tower (40‘000 m2 Büros) im ehemaligen Zürcher Industriequartier. Heute beziffert der führende Schweizer Immobilien-Investor Swiss Prime Site den Marktwert seines Hochhauses mit 454 Millionen Franken. Die Mieter profitieren auch: Der Quadratmeterpreis ist deutlich günstiger als im Geschäftsviertel der Zürcher Innenstadt.

Im TV

Den Bericht zum Thema zeigte das Wirtschaftsmagazin «ECO» am 4. Februar 2013.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    SRF News Na ja sie veröffentlichen sowieso nur Beiträge, welche Ihnen passen. Übrigens lasse ich mir von einer Staatsinstitution nicht den Mund verbieten. Zudem verletzen sie die Netiquette massiv, weil sie Beiträge von anonymen Schreiberlingen freischalten.
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    1. Antwort von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
      Ganz genau, SRF News: Beiträge von einem Rupprecht Knecht, Hinterkaifeck, sind anonym und gehören nicht freigeschaltet. Da hat Frau Eberhard schon recht.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Nennt sich das "verdichtetds Bauen", oder geniessen beim Raumplanungsgesetz, worüber das Volk zu befinden hat, bestimmte Bauherren wieder einmal Sonderprivilegien?
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  • Kommentar von Mike Steiner, Winterthur
    ...und die Politik applaudiert? Gleichzeitig wird das Problem überlasteter Verkehrswege durch Pendler immer grösser. Genau solchen Konzentrationsbestrebungen von Grossunternehmen muss man aus verkehrs- und bevölkerungsplanerischen Überlegungen einen Riegel schieben. Wann kapiert man das endlich? Nur mit Dezentralisierung, HomeOffice und ähnlichen Ansätzen haben wir die Chance, unser Bevölkerungswachstum (welches man an sich bremsen muss) halbwegs unbeschadet zu überstehen…
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