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Wirtschaft Neue Devise des IWF: Investieren statt sparen

Angesichts der flauen Wirtschaftslage ruft die oberste Währungshüterin Lagarde die Länder dazu auf, mehr Geld in die Hand zu nehmen. Die Kehrtwende dürfte auch die gemeinsame Jahrestagung von IWF und Weltbank beherrschen, die heute in Washington beginnt.

IWF-Chefin Lagarde eröffnet das Jahrestreffen in Washington.
Legende: Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage ruft IWF-Chefin Lagarde nun nach staatlichen Konjunkturhilfen. Reuters

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF, Christine Lagarde, hat Länder mit lahmender Konjunktur dazu gedrängt, mehr Geld für den Bau von Strassen, Brücken und Flughäfen auszugeben.

Mehr öffentliche Investitionen in die Infrastruktur könnten «ein guter Weg sein, um kurzfristig das Wachstum zu unterstützen und neue Arbeitsplätze zu schaffen», sagte die Französin in Washington. Solche Investitionen könnten sich auf längere Sicht für die Staaten lohnen, da sie die Konjunktur belebten und so die Staatsbudgets entlasteten.

Sorgen vor neuer Krise

Damit ändert der IWF seine Tonalität: Nach der Finanzkrise hatte der Währungsfonds seine 188 Mitglieder stets ermahnt, ihre Schuldenberge abzubauen. Jetzt scheint das in den Hintergrund zu treten. Das zeigt: Bei den Währungshütern wächst die Sorge vor einer neuen Wirtschaftskrise. Erst Anfang der Woche hatte der IWF seine Prognose für die globale Konjunktur nach unten revidiert. Die Welt müsse sich auf eine längere Zeit mit schwachem Wachstum und niedriger Inflation einstellen, warnten die Ökonomen.

Kehrtwende stösst auf Widerspruch

Doch das IWF-Rezept, Wachstum mit noch höheren Schulden zu erkaufen, kommt nicht überall gut an. Neben Deutschland mahnt auch die Schweiz zu mehr Haushaltsdisziplin. Der Ruf nach mehr öffentlichen Investitionen sei beunruhigend, sagte Alexander Karrer vom Staatssekretariat für internationale Finanzfragen, denn die Schuldenstände seien «nicht unbedingt» gesunken. «Die Risiken in der Weltwirtschaft sind in den letzten sechs Monaten gestiegen und das Wachstum hat sich verlangsamt. Deshalb besteht ein gewisser Grund für Sorge.»

Sorge besteht in der Schweiz auch deshalb, weil die fortgesetzte Politik des billigen Geldes viele Länder erst recht ermuntern könnte, notwendige Reformen auf die lange Bank zu schieben. Angesichts der angespannten Weltwirtschaftslage könnten diese Sorgen an der IWF-Tagung allerdings überhört werden.

IWF-Weltbank-Jahrestagung

Die gemeinsame Jahrestagung des IWF und der Weltbank dauert vom Freitag bis Samstag. Die Finanzminister und Notenbankchefs der 188 Mitgliedsländer beraten über die Entwicklung der Weltwirtschaft. Themen sind der schlechtere Konjunkturausblick, die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die Folgen der Ebola-Epidemie.

5 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    So lange immer mehr exponentielles Wachstum gefordert wird statt die Ursache des Wachstumszwangs anzugehen, wird man keine nachhaltige Entwicklung zu Stande bringen. Immer mehr Wachstum auf Pump kann nicht nachhaltig sein. Warum wird solcher Schwachsinn von höchster Ebene aus propagiert?
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    An allle Verfechtern des billigen Geldes: Man kann nicht mehr Geld ausgeben als man einnimmt. Auch ein Staat kann das auf die Länge nicht tun. Jeder BWL-Student im 1. Semester weiss es und es ist höchste Zeit, dass es auch die VWL-Absolventen begreifen. Was dem SNB u. BR EWS blüht, wenn der EURO in derh heutigen Form an die Wand gefahren wird, möchte ich nicht ausmahlen. Da dürfte der ganze Willen die Exportwirt-schaft zu schützen gegenüber dem Schaden an der Nation kaum mehr relevant sein.
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  • Kommentar von Armin Hug, Kreuzlingen
    Diese Meldung dürfte dem Goldpreis Auftrieb verleihen.....
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @A. Hug: Höchstwahrscheinlich, und noch mehr Befürworter für die Goldinitiative generieren.
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