Neuer Chef: Sulzer holt Sanierer an Bord

Der Industriekonzern Sulzer hat Greg Poux-Guillaume zum neuen Konzernchef ernannt. Der 45-jährige Franzose war bisher Präsident und Chef der Alstom-Stromerzeugungssparte Alstom Grid.

Porträt Greg Poux-Guillaume

Bildlegende: Poux-Guillaume verfügt über Erfahrung in Sulzers Schlüsselmärkten Öl und Gas sowie Energie. Keystone

Der Industriekonzern Sulzer hat nach dem Abgang von Klaus Stahlmann einen neuen Chef gefunden: Der Verwaltungsrat ernennt Greg Poux-Guillaume zum neuen Konzernchef.

Der 45-jährige Franzose übernehme die Aufgabe am 1. Dezember, teilte Sulzer mit. Thomas Dittrich, der Sulzer seit August interimistisch führte, werde sich wieder ganz seiner Funktion als Finanzchef widmen.

Poux-Guillaume leitete von 2011 bis 2015 das Anfang November an General Electric verkaufte Netzwerkgeschäft von Alstom mit 20'000 Mitarbeitern.

Sanierer geholt

Mit dem neuen Konzernchef holt sich Sulzer laut Mitteilung einen erfahrenen Mann für Umstrukturierungen an Bord. Sein Leistungsausweis bei Turnarounds und beim Aufbau rentabler Unternehmen auch unter schwierigen Bedingungen sei nachgewiesen. Diese Kompetenzen sind gemäss Sulzer zentral, um das Unternehmen strategisch neu auszurichten sowie Rentabilität und Gewinnmargen substanziell zu verbessern.

Sulzer sieht sich aktuell mit einem schleppenden Auftragseingang konfrontiert und schliesst deswegen Fabriken im Ausland. Bereits zuvor hatte es mehrere Restrukturierungen gegeben, die mit dem Abbau von Stellen einhergingen.

Der auf Pumpen, rotierende Maschinen sowie Trenn-, Reaktions-und Mischtechnologie spezialisierte Traditionskonzern leidet unter der Nachfrageschwäche aus dem Öl- und Gasmarkt und aus China. In den ersten neun Monaten 2015 sank der Bestellungseingang insgesamt um 1,4 Prozent auf 2,268 Milliarden Franken.

Überraschender Abgang des Vorgängers

Poux-Guillaumes Vorgänger Klaus Stahlmann war Mitte August überraschend zurückgetreten. Über die Gründe wurde nichts bekannt. Bei Sulzer hiess es lediglich, der Rücktritt sei ein persönlicher Entscheid gewesen. In der Finanzgemeinde sorgte für Erstaunen, dass der 54-jährige Deutsche mitten in der Umsetzung einer von ihm angeschobenen Restrukturierung ging.