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Neuigkeit im Holzbau Hand in Hand mit dem Roboter

Im Holzbau hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Jetzt steht die nächste Revolution an.

Legende: Audio Swissbau Basel: Handwerkskunst à la Roboter abspielen.
3:31 min, aus Rendez-vous vom 16.01.2018.

Holz und Digitalisierung, das will auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Hier das Naturprodukt par excellence in der Baubranche, da die unendlichen Zahlenreihen.

Doch die beiden passten zusammen, sagt Thomas Wehrle, Chef neue Technologien im Holzbau bei der Laufenburger Baufirma Erne: «Der Holzbau beschäftigt sich schon seit 30 Jahren mit der Digitalisierung, um Maschinen anzusteuern. Neu kommt jetzt auch der Austausch mit externen Partnern. Architekten oder Kunden fordern digitale Daten oder können diese auch selber liefern.»

Der Holzbau beschäftigt sich schon seit 30 Jahren mit der Digitalisierung.
Autor: Thomas WehrleErne

Vor 30 Jahren programmierte man eine Säge und befahl ihr, aus Holzstämmen Balken einer bestimmten Grösse zu sägen. Auch dafür brauchte es Daten. Heute hingegen kommt der Architekt mit seinen digitalen Plänen für beispielsweise ein viergeschossiges Haus, das aus Holz gebaut werden soll.

Diese Daten werden bei Erne eingelesen, die Maschinen wissen so viel schneller als früher, welche Holzbauteile wie gesägt werden sollen.

Der Roboter braucht den Menschen – noch

In Zusammenarbeit mit einer Roboterfirma für die Autoindustrie und der ETH Zürich hat Erne nun einen Roboter entwickelt, der noch einen Schritt weiter geht. Er berechnet selber, welche Teile er herstellen muss, um beispielsweise eine schräge Wand zu bauen.

Eine Holzkonstruktion mit verschieden langen Balken.
Legende: Roboterwerk: Bei dieser Konstruktion hat der Computer die Länge von jedem einzelnen Balken berechnet und zugeschnitten. Erne/ETH

Derzeit hält der Roboter die Holzstücke erst passgenau hin. Der Mensch schraubt sie noch selber zusammen. Diese Zusammenarbeit sei das Beste, sagt Thomas Wehrle. Im vorliegenden Fall weiss der Roboter viel schneller, in welchem Winkel und in welchem Abstand er die Holzstücke hinhalten muss. Der Mensch hingegen ist besser im Erkennen, ob es so auch wirklich geht.

Und wenn die künstliche Intelligenz kommt?

Mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz lernt der Roboter allerdings immer mehr selber – auch aus eigenen Fehlern. Wehrle: «Die künstliche Intelligenz wird irgendwann kommen. Inwiefern sie einen wirklichen Einfluss auf die Fertigungsprozesse hat, kann ich nicht sagen. Das weiss wohl niemand so richtig.»

Bis jetzt führte die Roboterisierung beim Bauunternehmen Erne zu mehr Arbeitsplätzen. Der Roboter musste unterhalten, gewartet und mit Daten gefüttert werden. Komme aber die künstliche Intelligenz, sei sehr offen, ob weitere Stellen benötigt würden, sagt Wehrle. Die gleiche Arbeit könne dann möglicherweise auch mit weniger Menschenhänden erledigt werden.

7 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Dass die Roboter uns gewisse Arbeiten abnehmen können ist das eine, dass der Mensch es aber so einrichtet, dass sie Arbeit wegnehmen und des Menschen Arbeit, den Menschen selber zur Ausschussware degradieren, setzt voraus, dass gewisse Menschen im Autopilotmodus auf Selbstvernichtung aus sind. Denn Maschinen sind richtig eingesetzt ein Plus, angewandt innerhalb eines rein profitmaximierenden, lebenblindes Markt- und Finanzsystems, ein ultimatives KillerApp für den Menschen.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Das spannende wird sein, wie Roboter das Holz beurteilen lernen. Da steckt doch die Kunst. Im Gegensatz zu Plastik ist jedes Stück Holz individuell. Ich sage nicht dass dies Roboterisierung verunmöglicht, aber es erschwert sie auf jeden Fall.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    'Diese Zusammenarbeit sei das Beste' Auf eine gemeinsame Zukunft und Zusammenarbeit von Mensch, Maschine und Mitwelt. Das konstrierte Gegeneinander, dass der Wirtschaftsform der Gewinnmaximierung innewohnt, damit sie jeden gegen jeden ausspielen kann, dem sollten alle, die eine mögliche und lebbare Zukunft anpeilen, keine Chance mehr geben. Anthropozentrismus und Technofixierung alleine sind nicht zukunftsfähig; hingegen Gegenseitigkeit wo Maschinen/Technologie ihren Platz haben, schon.
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    1. Antwort von Oliver Schmid (O. Schmid)
      Schön wärs Hr. Kunz, aber nicht realistisch. Der Artikel sagt ja auch "Der Roboter braucht den Menschen – noch". Sobald die Roboter mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, was ja bei selbsfahrenden Auto in den USA schon getested wird, werden damit Menschen in der Arbeit ersetzt. Wenn ein grosser anfängt, werden alle mitziehen um konkurrenzfähig zu bleiben. Hier kann nur noch der Staat Hürden einbauen, z.b. hohe Steuern oder Sozialabgaben pro Roboter einziehen.
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    2. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Es ist an uns, die nötigen politischen Massnahmem zu wollen, die der Diskriminierung der menschlichen Arbeit gegenüber der Maschinenarbeit klar einen Riegel vorschiebt. Letztere muss genauso besteuert werden, die Abschreibungspraxis angepasst u.s.w. Beide müssen gleich lange Spiesse erhalten...Noch sind es wir Menschen, die die Regeln machen, oder in zunehmendem Masse die Konzerne. By the way Antigone it's a womans name....
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    3. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Zudem wird immer mehr Menschen klar Herr Schmid, dass eine Wirtschaft, die sich allein nach Wachstum und Gewinn orientiert und zu riesengrossen Konzernen verklumpt on the long run, für die Menschen, für unsere Mitwesen und -welt, nur noch zerstörerische Wirkung entfalten kann. Es gibt viele, viele, die neue andere Wege ausprobieren und umsetzen. Es gibt anderes Wirtschaften, welches das Wohlergehen, den Wohlstand und Zufriedenheit des Gemeinwesens im Fokus hat...das gibt es fürwahr.
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    4. Antwort von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
      Wieso denn Hürden, Herr Schmid? Wenn alles automatisch produziert wird, dann gibt es doch genug für alle. Dann muss nur noch die Verteilung neu geregelt werden, da Lohnarbeit überflüssig wird. Ich persönlich sehe Arbeit eher als nötiges Übel, nicht als Berufung. Sie abzuschaffen ist noch schöner als nur die Überwindung des Kapitalismus.
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