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Nicht nur wegen Abgasskandal Ein Drittel weniger für gebrauchte Dieselautos

Wer mit seinem alten Wagen Geld verdienen will, fährt besser mit Benzin: Autos mit Dieselmotor haben in den letzten Jahren stark an Wert eingebüsst. Das zeigt eine Untersuchung im Auftrag der SRF-Wirtschaftsredaktion.

Legende: Video Schuld ist nicht nur der Abgas-Skandal abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.10.2017.

Wenn der alte Wagen den Ansprüchen nicht mehr genügt und durch ein neueres Modell ersetzt werden soll, landet er als Occasion im Verkauf. Denn selbst mit einer alten Karosse lässt sich noch Geld verdienen. Handelt es sich aber um ein Diesel-Auto, könnte der Verkäufer bitter enttäuscht werden.

Benzin-Autos erstmals teurer als Diesel

Seit dem Abgasskandal sind die Wiederverkaufswerte der Dieselfahrzeuge eingebrochen. Eine Auswertung des Internet-Anbieters Autoscout24 im Auftrag der SRF-Wirtschaftsredaktion zeigt, dass ein durchschnittlicher Diesel-Gebrauchtwagen heute etwa ein Drittel weniger einbringt als noch 2014. Kostete ein Diesel-PKW vor drei Jahren bei Autoscout24 im Schnitt gut 33'700 Franken, bringt er heute nur noch etwa 22'800 Franken ein – ein Abschlag von 34 Prozent.

Legende:
Durchschnittspreis von Personenwagen bei Autoscout24 Der Dieselskandal hinterlässt seine Spuren: Ein Diesel-Gebrauchtwagen kostet heute 34 Prozent weniger als noch vor drei Jahren. In diesem Jahr kostet ein Benziner damit erstmals im Durchschnitt mehr auf der Plattform als ein Diesel-Auto. Autoscout24

Benzin-Autos sind zwar ebenfalls günstiger geworden, allerdings nur um fünf Prozent. Damit sind Benziner bei Autoscout24 zum ersten Mal im untersuchten Zeitraum teurer als Wagen mit Diesel-Motoren. Zum Vergleich: Im Januar 2014 kostete ein Diesel noch gut 9400 Franken mehr als ein Benzin-Auto.

Nicht nur wegen des Abgasskandals

Diesel-Motoren galten einst als sauber und umweltfreundlich. Der Skandal rund um Autohersteller wie Volkswagen hat den guten Ruf aber lädiert. Doch Schadstoff-Experte Thomas Bütler von der eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa relativiert: Bereits vor dem Diesel-Skandal seien die Preise gesunken. Das zeigt auch die Auswertung von Autoscout24.

Der Grund: In den vorherigen Jahren sind immer mehr Diesel-Fahrzeuge auf die Strasse gekommen – und dementsprechend werden immer mehr davon als Occasion verkauft. Steigt das Angebot an Diesel-Autos, sinken auch die Preise. «Das führt dann zu einem Preiszerfall», so Bütler.

Und dieser Preiszerfall könnte noch weitergehen. Interessenten sind immer weniger bereit, hohe Preise für Diesel-Autos auszugeben. Sollten in Zukunft noch mehr Autofahrer ihren Diesel durch ein Auto mit einem saubereren Treibstoff ersetzen, werden die Preise weiter fallen.

36 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    D.h. es gibt sehr viele alte Diesel auf dem Markt. Neuere Diesel sind jedoch von den Einschränkungen, z.B. in Städten nicht betroffen. Die neueren Modelle dürften demnach weniger betroffen sein.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Wer Geld sparen will, der kauft einen Vorführwagen, zahlt bar und fährt diesen 500'000km und mehr. Da ist der Wiederverkaufswert ziemlich egal. Eigentlich eine uralte Weisheit, wie die Weisheit vom Diesel und Benziner auch: Wer viel lange Strecken fährt, der fährt mit dem Diesel günstiger, wer mehr innerorts fährt, der fährt mit Vorteil einen Benziner. Und eben: Autos halten 10 Jahre und länger (ausser Teslas, die wirft man nach 5 Jahren weg....).
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  • Kommentar von Peter Holzer (Peter Holzer)
    Teil 1: Die Feinstaubbelastung in einer Wohnung mit aktiven Menschen ist bereits zig fach höher als die Belastung im freien in der Stadt. Die Wohnung eines Rauchers (Cheminé, Räucherstäbchen etc.) hat einen ca. 20fach höheren Wert als die Stadtluft. Einer der grössten Feinstaubbelastungen von Autos ist der Abbrieb der Reifen, denn dieser bleibt bis zum nächsten Regen an Ort und Stelle und wird immer wieder aufgewirbelt. Dies betrifft auch Elektrofahrzeuge!
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